7. Tag - Dienstag, 19. August 2025 Portmagee - Skellig Michael - Bantry
Heute war der einzige Tag im Urlaub, an dem wir uns einen Wecker stellen mussten, da wir bereits um 8:00 Uhr am Hafen sein mussten, um unser Boot nach Skellig Michael zu erreichen. Da wir beide relative Frühaufsteher sind, war das zum Glück kein Problem. Unser Boot von Skellings Rock Tours legte dann auch als zweites ab.
Von unserem Skipper erfuhren wir leider – was wir insgeheim schon geahnt hatten –, dass die Puffins die Insel bereits verlassen hatten. Schade, denn genau ihretwegen hatten wir diese doch recht teure Tour gebucht. Shit happens!
Dafür lag ein tolles Wolkenspiel über dem Hafen, als wir diesen Richtung Skelligs verließen.
Eigentlich war geplant, bereits am Vortag nach Skellig Michael überzusetzen. Doch alle Touren waren ausgebucht – ein Umstand, der sich im Nachhinein als Glücksfall erwies. Während der Himmel gestern den ganzen Tag über grau und verhangen war, begrüßte uns heute schon bei Sonnenaufgang die Sonne, die sich vorsichtig ihren Weg durch die Wolken bahnte.
Auf der Fahrt hinaus nach Skellig Michael wurden wir nicht nur mit einem immer blauer werdenden Himmel und strahlendem Sonnenschein belohnt, sondern auch mit der überraschenden Begegnung mehrerer Delfine, die das Boot ein Stück begleiteten. Spätestens in diesem Moment war klar: Wettertechnisch hätte dieser Tag kaum besser beginnen können.
Hier noch ein kleines Filmchen. 🐬🐬🐬
Skellig Michael
Gegen 9:00 Uhr erreichten wir die Insel.
Vor über 20 Jahren konnten wir nach dem Anlanden sofort losziehen, heute ist alles streng reglementiert. Bevor wir überhaupt starten durften, mussten wir uns erst eine halbstündige Einführung über Felsen und Etikette anhören – kostbare Zeit bei ohnehin knappem Zeitplan, denn nach zwei Stunden mussten wir bereits wieder an der Landungsstelle sein. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich uns das erspart. Denn auf dieser winzigen, nur 22 Hektar großen Insel waren die Erklärungen damit noch lange nicht vorbei.
Zeit zum Trödeln blieb nicht – vor uns lag ein steiler Aufstieg. Seht selbst, den Aufstieg habe ich anhand von Handyfotos dokumentiert. Der Weg ist nichts für Menschen mit Höhenangst!














Endlich am Kloster angekommen, mussten wir uns erst einmal einen Vortrag über das Kloster und das Leben der Mönche auf diesem kargen Felsen anhören. Ein paar Infos möchten ich euch nicht vorenthalten. 🤭
Das Kloster auf Skellig Michael
Das Kloster auf Skellig Michael
Skellig Michael gehört seit 1996 zum UNESCO-Welterbe. Auf dem schroffen Felsen gründeten irische Mönche vermutlich im 6. oder 7. Jahrhundert ein Kloster – bewusst abgeschieden, fern der weltlichen Versuchungen.
Die Anlage besteht aus mehreren Trockenstein-Bauten, darunter die berühmten bienenkorbförmigen Steinhütten (Clogháns), kleine Oratorien, Zisternen sowie steile, in den Fels gehauene Treppen. Alles wurde ohne Mörtel errichtet und trotzt bis heute Wind und Wetter.
Das Leben der Mönche war extrem entbehrungsreich: Sie lebten von Fischfang, Seevögeln und Regenwasser. Um das 12./13. Jahrhundert wurde das Kloster aufgegeben, vermutlich wegen des rauen Klimas und zunehmender Angriffe.
Heute ist Skellig Michael ein einzigartiges Zeugnis frühchristlicher Askese – ebenso faszinierend wie fordernd zu besuchen. Die steilen Aufstiege und strengen Schutzauflagen sollen genau das bewahren: einen der abgelegensten und eindrucksvollsten Klosterorte Europas.
Der Abstieg, bei dem wir uns – wie schon beim Aufstieg – ordentlich sputen mussten, war nicht weniger spektakulär. Der ständige Blick in die Tiefe war allerdings nicht jedermanns Sache. 😱
Nichtsdestotrotz gibt es noch ein paar weitere Impressionen. Genießt die Ausblicke!






Wieder zurück im Boot präsentierte uns der Skipper Skellig Michael vom Wasser aus. Neben den beiden Leuchttürmen gab es hier unzählige Seevögel und auch einige Robben zu beobachten.
Zuvor wies er uns noch auf die alten Treppen und Wege hin, die die Mönche im Mittelalter überwinden mussten, um zu den Booten der Fischer zu gelangen. Über diesen Weg trieben sie Handel mit ihnen oder verließen bei Bedarf die Insel.
Bei dieser Aktion verloren sie leider die Bojen aus dem Blick, was dazu führte, dass sich einige davon in der Schiffsschraube verhedderten. Andere Boote hatten dies bemerkt, und die Krabbenfischer, die unserem Boot am nächsten waren, eilten sofort zur Hilfe. Taucherbrille und Messer wechselten kurzerhand die Boote, und schließlich musste unser Skipper selbst ins Wasser, um die Bojen direkt an der Schraube zu lösen. Eine Aktion, die sicherlich nicht ganz ungefährlich war.
Eines war allen klar: Eine Runde Bier im Pub würde der Skipper an diesem Tag wohl spendieren müssen. 🍺
Er nahm es mit Humor 😉
Eine kleine Auswahl der Kegelrobben, Silbermöven und Basstölpel.
Auf der weiteren Fahrt gab es erneut tierische Sichtungen: Eine Delfinschule lieferte sich ein spannendes Schauspiel mit den Basstölpeln, als beide es auf dieselben Fischschwärme abgesehen hatten. Häufig jagen Delfine und Basstölpel in denselben Gebieten und profitieren dabei sogar voneinander, indem sie sich gegenseitig zu den Futterplätzen führen.
So langsam wurde es Zeit für die Rückfahrt, und unser Skipper trat ordentlich auf die Tube – anscheinend hatte er es eilig, uns zurück an Land zu bringen.
Mit etwa einer Stunde Verspätung erreichten wir schließlich den Hafen von Portmagee. Da wir noch am selben Tag nach Bantry weiterreisen wollten, suchten wir uns ein freies Plätzchen für ein Mittagessen. Die Auswahl war ernüchternd, also entschieden wir uns für eine Lasagne – nur um wenig später mit offenem Mund auf den Teller zu starren: Dazu gab es Pommes. Lasagne mit Pommes?! Ups, irgendwie hatten wir das nicht auf der Speisekarte erwartet.
Da wir schon etwas spät waren, ließen wir die Fahrt über die St. Finians Bay aus, was im Nachhinein gesehen sehr schade war. Wir fuhren daher direkt nach
Waterville
Eins meiner Lieblingsfotos dieser Tour




Natürlich stellt sich die Frage: Wie kommt eine Charlie-Chaplin-Figur nach Waterville?
Die lebensgroße Bronzestatue von Charlie Chaplin in Waterville erinnert an die enge Verbindung des berühmten Stummfilm‑Stars mit diesem kleinen irischen Küstendorf. Chaplin und seine Familie besuchten den Ort ab 1959 viele Jahre lang regelmäßig im Sommer, weil sie die Landschaft, das ruhige Leben und das Angeln liebten. Deshalb ließ die Gemeinde gemeinsam mit seiner Familie eine Skulptur des „Tramp“ direkt an der Uferpromenade aufstellen – als Dank und Erinnerung an seine Zeit dort
Die weitere Fahrt plätscherte dann etwas vor sich hin.
Ab und an gab es ein paar schöne Ausblicke, die ich euch nicht vorenthalten möchte.
Es war dann auch schon 18:30 Uhr als wir endlich unser letztes Ziel für heute erreichten.
Staigue Fort
Hier wurden wir dann gleich von einer Drohne empfangen, die mich fast streifte. Ehrlich gesagt war ich kurz davor, sie herunterzuholen. Deshalb blieben wir auch nicht lange. Wer wissen möchte, was sich hinter diesem Fort verbirgt, kann es bei Wikipedia nachlesen.
Wie gesagt, war unser Besuch recht kurz – ich war einfach neugierig, ob es noch steht. 😉
Da es schon spät war und ich ungern im Dunkeln fahre, sputeten wir uns, um unser Ferienhaus kurz hinter Bantry zu erreichen.
Vorher gab es nur noch einen kurzen Fotostopp – das Licht war einfach zu schön, um es zu verpassen.
In unserem Ferienhaus wurden wir herzlich von unserem Gastgeber empfangen. Er erklärte uns das Schließsystem – witzigerweise identisch mit dem in Island: Türklinke hoch, auf- und zuschließen. Wer hätte gedacht, dass wir dafür einmal einen Island-Refresher brauchen würden?
Dann kam die schlechte Nachricht: Der Garten sei wegen der Fliegenplage quasi unbenutzbar. Mist – diese winzigen „Midges“ hatten uns also gnadenlos wiedergefunden. Und ja, er sollte recht behalten. Während unseres dreitägigen Aufenthalts verzichteten wir also lieber auf die einladenden Plätze am kleinen See. Die Fliegen waren schlicht zu lästig, und das Wetter trug seinen Teil dazu bei – eher „Nordsee-Feeling“ als Urlaubsidylle. Schade, aber nicht zu ändern. Wir nahmen es mit Galgenhumor.




























