3. Tag - Freitag, 15. August 2025 Galway - The Burren - Spanish Corner

Unser erster Weg führte uns heute Morgen zu Aldi – in der Hoffnung, dort die gleichen leckeren Pfefferminzbonbons zu bekommen wie in Deutschland. Der nächstgelegene Markt auf unserer Route befand sich in Oranmore.

Schon bei der Einfahrt auf den Parkplatz fiel uns ein hübsches Castle ins Auge. Natürlich ließen wir es uns später nicht nehmen, noch etwas näher heranzugehen, um ein passendes Foto zu schießen. Damit waren wir nicht allein: Auch andere Touristen wie wir standen staunend hinter dem Aldi und freuten sich über dieses unerwartete Fotomotiv.

Oranmore Castle

Heute anscheinend ein Hotel

Nach zwei, drei Fotos waren wir dann auf dem Weg zu

The Burren

The Burren liegt im County Clare, südlich der Galway Bay, und wirkt auf den ersten Blick fast wie eine Steinwüste. Die grauen Kalksteinplatten, durchzogen von tiefen Spalten, geben der Landschaft etwas Unwirkliches – und genau das macht ihren Reiz aus.

Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch, wie lebendig diese Gegend ist: In den Felsspalten wachsen alpine, arktische und sogar mediterrane Pflanzen dicht nebeneinander. Besonders im Frühling verwandelt sich die scheinbar karge Landschaft in ein überraschend buntes Mosaik.

Neben der besonderen Natur stößt man im Burren immer wieder auf Spuren längst vergangener Zeiten – etwa den berühmten Poulnabrone Dolmen oder alte Steinforts, die still in der Landschaft liegen.

Kleiner Tipp:
Der Kalkstein kann bei Nässe extrem rutschig sein – gutes Schuhwerk lohnt sich.

Unser Weg führte uns zum bekannten Poulnabrone Dolmen. Ich war schon ganz gespannt, ob sich die Parkmöglichkeiten dort verbessert hätten. Die letzten Kilometer führten uns über schmale Straßen durch eine wunderschöne Landschaft. Leider fehlten geeignete Haltebuchten, sodass wir diese Eindrücke ganz ohne Fotos genießen mussten. :-))

Poulnabrone Dolmen

Die Parkmöglichkeiten dort hatten sich im Vergleich zu meinem letzten Besuch sehr verbessert, trotzdem sollte man in der Hauptreisezeit schauen, dass man nicht zu spät kommt. 

Hier blühten Wiesenmargeriten, Skabiosen, Kornblumen und viele weitere Wildblumen um die Wette. Es war einfach herrlich anzusehen, wie sich diese zarten Blümchen in der harten Erde entlang des kargen Gesteins behaupteten.

Ich war völlig verzückt. So blühend hatte ich The Burren noch nie gesehen. Es war ein besonderes Vergnügen, über diese sonst so karge Landschaft zu laufen und die Farbenpracht inmitten des grauen Kalksteins zu entdecken.

Unser Eindruck:
Eine Region, die Zeit braucht. Wer anhält, genauer hinschaut und ein paar Schritte zu Fuß geht, wird reich belohnt.

Für uns wurde es Zeit weiterzuziehen – sehr zur Überraschung einer kleinen Kuhherde, die uns neugierig entlang des Burren beobachtete. 🙂

In einem Reiseführer wurde das Burren Visitor Centre & Café in Kilfenora wärmstens empfohlen. Da wir uns nicht wie gestern nur von Keksen ernähren wollten, steuerten wir es an. Außerdem hofften wir, dort noch weitere Tipps und Infos über The Burren zu bekommen.

Im Café bestellten wir zunächst die Suppe des Tages – eine Erfahrung, mit der ich in der Vergangenheit in Irland eigentlich immer gute Erfahrungen gemacht hatte. Heute leider nicht: Die Suppe war kaum zu genießen. Also setzten wir unsere Hoffnung auf den nächsten Stopp, dass dort etwas Leckeres auf uns wartete.

Anschließend erkundigten wir uns im Visitor Centre nach Tipps und weiteren Infos. Leider hatten die Mitarbeiter auch nicht mehr auf Lager, als das, was wir bereits wussten und kannten.

Sah leider nur gut aus. Dafür war das Brot ganz lecker und hat den ersten Hunger gestillt.

Kilfenora

Viel gibt es in dem nur rund 156 Einwohner zählenden Ort nicht zu sehen. Im Visitor Centre von The Burren erfuhren wir jedoch, dass sich in der Ruine der Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert einige sehenswerte Hochkreuze befinden sollen. Von außen machte die Ruine allerdings wenig Eindruck – weshalb es auch ausschließlich Fotos aus dem Inneren gibt.

Das letzte – und zugleich sehr beeindruckende – Hochkreuz steht allerdings bereits auf dem Nachbargrundstück.

Zurück auf der Straße entdeckten wir noch diese hübsche, im neugotischen Stil erbaute kleine Kirche. Besonders amüsant: das Schild vor der Kirche 🙂 Offenbar wurden hier schon so einige Touristen von ihrem GPS zuverlässig in die Pampa geschickt.

Zeit, weiterzuziehen.

Unser nächstes Ziel erreichten wir über eine dieser landschaftlich traumhaft gelegenen Nebenstraßen. Ich hätte hier ewig entlangfahren können – genau das ist Irland für mich: schmale Straßen, sattes Grün bis zum Horizont, von Moos und Pflanzen überwachsene Natursteinmauern und dazwischen immer wieder hübsche kleine Häuser.

Bis wir unser nächstes Ziel erreichten, dauerte es eine kleine Ewigkeit. Der Massentourismus hatte uns wieder fest in seinen Fängen. Gut eine halbe Stunde standen wir im Stau vor dem Parkplatz zu den

Cliffs of Moher

Offenbar hatte ganz Irland (inklusive Reisebussen und Mietwagen) heute denselben Gedanken wie wir.

Am Ende stellte sich heraus, dass es gar nicht an mangelnden Parkplätzen lag, sondern daran, dass manche Touristen das Einweisungs- und Kassenpersonal kurzerhand zu einer Diskussionsrunde eingeladen hatten.

So viele Menschen hatte ich hier noch nie gesehen – allerdings war ich auch noch nie bei Sonnenschein hier gewesen. 🙂

Wir schlängelten uns an den Menschenströmen vorbei in Richtung O’Brien’s Tower. Gerne wäre ich einmal hineingegangen, doch die Schlange am Eingang war schlicht zu lang. Außerdem bezweifle ich, dass es im Inneren wirklich viel Sehenswertes gibt – zumindest habe ich im Netz vergeblich nach Fotos gesucht.

Der Plan war eigentlich, von hier aus bis zum Hag’s Head zu laufen. Schon im Vorfeld hatte ich jedoch von Sperrungen in diesem Bereich gelesen. Wir hofften trotzdem, irgendwie durchzukommen – nun ja … schaut selbst, wie weit wir am Ende tatsächlich gekommen sind.

Schon nach kurzer Zeit war klar, dass es hier kein Weiterkommen gab. Schade!

Da es uns ohnehin viel zu voll war, entschieden wir uns, in Richtung unserer heutigen Unterkunft weiterzuziehen. Weil wir uns nicht sicher waren, ob wir dort vor Ort noch etwas zu essen bekommen würden – laut Gockel-Maps gab es im Ort schließlich nur ein einziges Restaurant –, legten wir unterwegs vorsorglich einen Stopp ein und deckten uns mit Sandwiches und anderen Leckereien fürs Abendessen ein. Dieses improvisierte Picknick genossen wir später ganz entspannt in unserem B&B-Zimmer.

Spanish Point

Anschließend spazierten wir noch in den etwa einen Kilometer entfernten Ort. Dort stellten wir überrascht fest, dass auch das Armada Hotel über ein Restaurant verfügte. Da wir jedoch bereits gut gesättigt waren, begnügten wir uns mit einem Bier von der Theke und genossen dieses draußen bei herrlichen Wetter mit Blick aufs Meer.

Heute herrschte den ganzen Tag über echtes T-Shirt-Wetter mit Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad. Auch in den Abendstunden hielt das tolle Wetter an, sodass viele – genau wie wir – die Zeit noch draußen genossen.

Nachdem das Bier ausgetrunken war, schlenderten wir weiter zur kleinen Badebucht.

In der kleinen Badebucht mit ihrem feinen Sandstrand waren immer noch zahlreiche Schwimmer unterwegs. Auch wir wären gern ins Wasser gesprungen, hatten jedoch leider keine Badesachen dabei.

So begnügten wir uns damit, die Stunden bis zum Sonnenuntergang mit schönen Ausblicken, tollen Fotomotiven und dem Blick auf die Wellen zu verbringen, die gegen die Felsen schlugen.

Was für ein perfekter Tagesabschluss.