6. Tag - Montag, 18. August 2025 Portmagee - Valentia Island - Portmagee
Auch heute meinte es das Wetterglück nicht allzu gut mit uns. Immerhin: Es regnete nicht, und wirklich kalt war es eigentlich auch nicht – man wird ja genügsam.
Für den Tag waren wir zunächst etwas planlos. Zwar war ich vor über 20 Jahren schon einmal hier gewesen, doch damals hatten wir wetterbedingt nicht viel gesehen. Dauerregen ist eben kein idealer Reisebegleiter. Heute präsentierte sich Irland immerhin in seiner vertrauten Variante: bewölkt. Wie schon in den letzten Tagen.
Bereits am Vortag war uns ein Schild aufgefallen, das auf die Kerry Cliffs hinwies. Da wir ohnehin nichts Besseres vorhatten, beschlossen wir, diese am Vormittag zu erkunden.
Kerry Cliffs
War schon witzig, auf welche Tiere wir hier zu erst trafen
Faszinierender als die Alpakas war allerdings der natürliche Windschutz mit Wildblumen, Ginster und Heidekraut.
Der Blick zurück auf Valentia Island war auch nicht zu verachten.
Dies alles wirkte schon einmal vielversprechend.
Wie bereits erwähnt, hatte uns am Vortag ein Schild freundlich, aber bestimmt auf diese Sehenswürdigkeit hingewiesen. Wir waren gespannt, was uns wohl erwarten würde.
Und dann: eine dramatische Küstenlandschaft, Höhenmeter ohne Ende, ordentlich Wind – und ein Blick auf Skellig Michael, der selbst grauem Himmel Respekt abnötigt. Kein Stoff für Hochglanzbroschüren, dafür echtes Irland: rau, weit und wunderschön.
Wenn da nur nicht diese blöden kleinen Fliegen gewesen wären! Total nervig, zum Glück aber harmlos. Wir haben nachgelesen, dass es sich um „Midges“ handelt – winzige, blutsaugende Mücken, die von April bis Oktober besonders in feuchten, windstillen Regionen, Mooren und Wäldern unterwegs sind. Unsere Reaktion? Windjacken bis oben hin zu, Kapuzen auf – fertig, Kampf angesagt. Shit happens!
Kurz gesagt: Das Wetter blieb konsequent bewölkt, die Aussicht dafür umso beeindruckender. Ein fairer Tausch.
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Wow – wir waren beeindruckt.
Der Blick von den Klippen hatte definitiv etwas. Besonders gefiel uns natürlich, dass sich auch hier keine Touristenmassen tummelten. Reisebusse verirren sich offenbar nur selten in diesen westlichsten Zipfel Irlands, wofür wir ausgesprochen dankbar waren.
Eigentlich wollten wir anschließend direkt nach Valentia Island hinüberfahren, um dort zu Mittag zu essen. Aus irgendeinem – heute nicht mehr ganz nachvollziehbaren – Grund landeten wir stattdessen erst einmal an einem Strand.
Der Weg dorthin hatte schon was.
Reencaheragh Beach
Bestimt kein „must see“ aber uns hat dieser kleine Abstecher ganz gut gefallen.




Zum Glück liegt hier am westlichen Zipfel Irlands alles recht nah beieinander. Da kann man es sich erlauben, ein wenig trödelig zu sein – das nächste Ziel ist meist nicht fern und der Weg dorthin führt obendrein durch eine liebliche Landschaft.
Zugegeben: Ute konnte nicht immer so ganz nachvollziehen, was mich gerade schon wieder so faszinierte, dass ich erneut anhielt. Ehrlich gesagt kann ich es selbst kaum erklären. Ich liebe einfach diese unaufgeregte Landschaft mit ihren stillen Ausblicken.
Da der Tag noch jung war, entschieden wir uns noch vor dem Mittagessen einen weiteren Aussichtspunkt zu besuchen.
Bray Head
auf Valentia Island (Co. Kerry) ist eng mit dem ersten transatlantischen Telegrafenkabel verbunden, da es als der geografische Punkt diente, von dem aus mehrere bahnbrechende Versuche unternommen wurden, Europa und Nordamerika telegraphisch zu verbinden. Im Jahr 1858 wurde das Kabel von hier aus über den Atlantik nach Neufundland verlegt, wodurch Irland als Schlüsselstation für die erste direkte Telekommunikationsverbindung zwischen Europa und Nordamerika diente.
Wir spazierten hier entlang des kleinen Rundweges, wobei wir uns den Aufstieg zum Tower ersparten. So schön ist dieser nämlich nicht, da genossen wir lieber die schönen Aussichten.
Falls ihr euch schon immer einmal gefragt habt, ob Kühe per se friedliche Geschöpfe sind, die man kuscheln kann wie einen Hund, dem sei gesagt: Dieses kleine Kalb begann nach den ersten Streicheleinheiten prompt zu bocken.
So großartig fand es das Betatschen dann offenbar doch nicht. 🐮*muh
Zum Mittagessen fuhren wir nach
Knightstown
(irisch Baile an Ridire) ist ein kleines Dorf und die größte Siedlung auf Valentia Island im County Kerry, Irland. Es liegt an der Ostspitze der Insel und hatte laut Volkszählung 2022 244 Einwohner.
Historisch war Knightstown ein wichtiger Standort für das erste erfolgreiche transatlantische Telegrafenkabel, das 1866 fertiggestellt wurde. Zeugnisse dieser Zeit sind heute im Heimatmuseum zu sehen.
Wir selbst haben Knightstown nur kurz besucht: Hungrig entschieden wir uns für das einzige Restaurant, bekamen dort noch etwas zu essen und schlenderten anschließend durch den kleinen Hafen, den wir auch fotografisch festhielten.
Ein markantes Wahrzeichen ist der Uhrenturm im Hafen aus dem späten 19. Jahrhundert, der 1990 restauriert wurde. Ursprünglich diente er als Waage für Kohletransporte zur Versorgung des Schieferbergbaus und der Kabelstation. In der Nähe befindet sich außerdem das Café „The Watch House“, das heute leider geschlossen war.
Letztendlich mussten wir uns wieder einmal ganz schön sputen, wenn wir unseren letzten Besichtigungspunkt auf Valentia Island noch geöffnet erleben wollten. Das war mal wieder typisch für uns. 😂😂😂
Valentia Island Lighthouse
Der Leuchtturm steht am Cromwell Point an der Nordküste von Valentia Island (County Kerry). Er wurde 1849 erbaut und markiert den Eingang zum Valentia Harbour. Mit seinem weißen Turm und dem angrenzenden Wärterhaus ist er ein beliebtes Fotomotiv – besonders bei ruhigem Wetter und weitem Blick über den Atlantik.
Das Thema Wetter hatten wir heute ja bereits ausführlich – und nein, es wurde nicht besser. Die Aussichten blieben konsequent unerquicklich.
Immerhin: Der Leuchtturm war noch geöffnet. Wir schafften es auf den letzten Drücker, sehr zur Erleichterung aller Beteiligten. Die Dame am Eingang nahm es gelassen und war sogar noch zu Scherzen aufgelegt. Typisch irisch – guter Humor, wenn sonst schon alles grau ist. ☘️😄
Wetterbedingt gibt es daher fast nur Impressionen aus dem Inneren des Leuchtturms.












Auf dem Rückweg nach Portmagee legten wir noch einen Stopp am Skellig Center ein. Dafür waren wir allerdings endgültig zu spät. Zwar stand die Tür noch offen, doch ein älterer Herr machte uns lächelnd klar, dass er soeben geschlossen habe. Verständlich – es war schließlich schon kurz vor 18:00 Uhr. Wir nutzten den Aufenthalt für ein paar Fotos von Portmagee mit seinen bunten Häusern.
Ende Gelände!
So langsam wurden wir hungrig. Ok, ein kühles Bierchen durfte auch nicht fehlen. Beides gab es heute in unserem Ferienhaus.










































