11. Tag - Samstag, 23. August 2025 Dungarvan - Copper Coast - Dungarvan
Laut Wetterbericht sollte heute endlich wieder die Sonne scheinen. Noch sah es allerdings nicht danach aus, weshalb wir dem Ganzen mit einer gewissen Skepsis begegneten. Unsere Route führte uns entlang der Südküste, und insgeheim hofften wir ja auf einen Badeaufenthalt. Doch so ganz konnten wir uns noch nicht dazu durchringen, kurze Hosen und Badekleidung einzupacken. Ein Picknick kam hingegen vorsorglich schon einmal mit.
Als wir Dungarvan hinter uns ließen, zeigte sich der Himmel weiterhin eher zurückhaltend. Von strahlendem Sonnenschein keine Spur – und doch hatte das Licht etwas Besonderes. Es lag eine ganz eigene Stimmung über der Küste.
Auf der Suche nach dem Leuchtturm entdeckten wir schließlich einen Parkplatz direkt am Wasser – besser hätte es kaum sein können.
Wir ließen das Auto auf dem Parkplatz stehen und machten uns auf die Suche nach dem Leuchtturm. Zu finden, wo er stand, war nicht das Problem – nur der Weg dorthin. Die Straße war, wenn ich mich recht erinnere, als Militärgelände ausgewiesen, und über den Golfplatz durften wir selbstverständlich auch nicht laufen. Tja, was nun? Jetzt waren wir schon hier, also wollten wir den Leuchtturm auch sehen.
Wir fragten ein paar vorbeikommende Golfer, ob wir die Straße entlanggehen dürften. Der eine meinte: ja, klar. Der andere: na ja, eigentlich nicht … aber es werde schon nichts passieren. Also fassten wir uns ein Herz und liefen los, immer am Zaun des Golfplatzes entlang. Letztlich schien es niemanden zu interessieren. 😄
Ballinacourty Lighthouse
Es wäre wirklich hilfreich, wenn auf den einschlägigen Lighthouse-Seiten im Internet einmal vermerkt wäre, wie gut – oder eben wie schlecht – der jeweilige Leuchtturm tatsächlich zu besichtigen ist.
Da wir uns hier offenbar auf Militärgelände befanden, verzichteten wir lieber darauf, das Areal weiter zu betreten, und begnügten uns damit, den Leuchtturm vom Eingangstor aus zu fotografieren.
Ich muss gestehen: Ich hatte Blut geleckt. Jetzt wollte ich den Leuchtturm unbedingt auch von seiner Schokoladenseite sehen.
Kurz vor dem Eingangstor zweigte ein Weg zum Golfplatz ab, den die Spieler nutzten, um zu den nächsten Löchern zu gelangen. Ich hoffte, von dort aus einen besseren Blick auf den Leuchtturm zu bekommen, und betrat kurzerhand den Golfplatz – was die Golfer offenbar wenig kümmerte. Sie grüßten freundlich und wussten sofort, wohin ich wollte. Ich war mit Sicherheit nicht die Erste, die diesen kleinen „Umweg“ wählte.
Ute hingegen blieb vorsichtig und machte sich lieber langsam auf den Rückweg entlang der Straße.
Ja, es war wirklich schade, dass Ute nicht mitgekommen ist – zu zweit hätten wir hier bestimmt noch die eine oder andere perfekte Perspektive aufgespürt. Aber während ich noch über mögliche Motive sinnierte, stand sie unten vermutlich und fragte sich, was ich da oben schon wieder ausheckte.
Also hielt ich mich mit meiner fotografischen Entdeckerlust etwas zurück und beeilte mich lieber – man will seine Reisebegleitung schließlich nicht allzu lange auf dem „Warteposten“ stehen lassen. 😄
Wieder zurück am Auto beschlossen wir angesichts der hervorragenden Wetteraussichten, noch einmal in unsere Ferienwohnung zurückzufahren. Die langen Hosen wurden gegen kurze getauscht, Badesachen eingepackt – was natürlich, wie so oft, mehr Zeit in Anspruch nahm als gedacht.
Die nächste Stunde fuhren wir dann zügig entlang der Südküste. Das Wetter wurde von Minute zu Minute besser, die Sonne strahlte inzwischen vom Himmel – und genau im richtigen Moment erreichten wir einen langen Sandstrand.
Kurzerhand stand der Entschluss fest: Badepause! Wenn nicht jetzt, wann dann? Immerhin zeigte das Thermometer über 23 °C im Schatten – fast schon hochsommerlich für irische Verhältnisse. Die Copper Coast durfte ruhig noch ein wenig auf uns warten. 🌊☀️
Bunmahon Beach
Dieser Strand war wirklich der Hammer!!!
Und das Beste: Obwohl es Samstagmittag war – mitten in den Sommerferien in Irland und England – war hier kaum eine Menschenseele unterwegs. Unglaublich.
Wir ließen kurzerhand alles stehen und liegen und sprangen ins Wasser. Okay … kalt war es schon. Aber da es heute vollkommen windstill war und die Sonne ordentlich einheizte – gefühlt 26 bis 28 °C – ließ es sich erstaunlich gut aushalten.
In der nächsten Stunde verzogen wir uns hinter ein paar Felsen. Unser ganz eigenes kleines Paradies. Dort waren wir völlig ungestört und konnten in aller Gemütsruhe unsere Badesachen trocknen lassen – begleitet vom Rauschen des Meeres und ganz viel Sommerglück. 🌊☀️











Wie so oft in Irland lag auch hier – gut versteckt hinter den Dünen – eine dieser typischen Holiday-Home-Anlagen. Reihen kleiner Häuser, ordentlich angelegt, mit bester Lage zur Küste.
Bisher war ich immer davon ausgegangen, dass man diese Ferienhäuser ganz normal mieten kann. Doch eine kurze Recherche im Internet brachte irgendwie keine konkreten Hinweise auf Vermietungen. Alles deutete eher darauf hin, dass es sich um private Immobilien handelt.
Ich vermute daher, dass man sie eher kaufen als mieten kann – ein eigenes kleines Stück Irland, mit Meerblick und Dünengras vor der Tür. Zugegeben, der Gedanke hat durchaus seinen Reiz.
Zeit sich loszureisen, schließlich wollten wir ja noch etwas weiter die Copper Coast entlang fahren.
Nach wenigen Kilometern erreichten wir
Tankardstown Copper Mine
Die Tankardstown Copper Mine war eines unserer Ziele entlang der Copper Coast – und natürlich konnte ich nicht widerstehen. Alte Gemäuer, ein Hauch Industriegeschichte und dazu noch Meerblick? Genau mein Beuteschema.
Viel ist von der ehemaligen Kupfermine heute allerdings nicht mehr übrig. Im Internet hatte das alles irgendwie weitläufiger und beeindruckender ausgesehen. Vor Ort beschränkte es sich dann doch auf ein paar Mauerreste, zugemauerte Stollen und überwucherte Strukturen, die von der Zeit erzählen, als hier im 19. Jahrhundert tatsächlich Kupfer gefördert wurde.
Wenn man zwischen den Ruinen steht und den Blick über die Küste schweifen lässt, kann man sich nur schwer vorstellen, wie geschäftig es hier einst zugegangen sein muss. Stattdessen glitzerte das Meer friedlich in der Sonne, die Felsen leuchteten in warmen Farben, und zwischen Wind und Wellen lag wieder dieses ganz besondere irische Etwas in der Luft.
Lange hielten wir uns nicht auf, aber als kurzer Zwischenstopp war es genau richtig – ein bisschen Geschichte, ganz viel Küste und wieder ein paar Fotos mehr auf der Speicherkarte.
Der Küstenstreifen unterhalb der ehemaligen Kupfermiene war spektakulär. Schon alleine für diesen Ausblick hatte sich die Fahrt entlang der Copper Coast gelohnt. Für mich war das wirklich einer der schönsten Küstenabschnitte im Süden von Irland.
Ach ja – nur der Vollständigkeit halber: Wir sind später noch an einen weiteren Strand gefahren.
Er war durchaus nett, keine Frage. Schön gelegen, alles wie es sein soll. Aber ganz ehrlich? Gegen den Strand von Bunmahon hatte er keine Chance.
Dunhill Castle
Eine Burgruine lag auch noch auf unserem Weg und wollte natürlich erkundet werden. Zumindest fand ich das. Ute hingegen konnte meiner Begeisterung für alte Gemäuer nicht ganz so viel abgewinnen. Aber sie war so nett, mich wenigstens bis zum Fuße der Ruine zu begleiten – während ich innerlich schon wieder im Entdeckermodus war.
Viel steht von der Burg heute nicht mehr. Teile der Mauern, Reste eines Turms – und jede Menge Gras. Aber genau das macht ja oft den Reiz aus. Wenn man dort oben steht und über die Landschaft blickt, kann man sich gut vorstellen, warum man ausgerechnet hier eine Festung errichtet hat. Der Blick reicht weit über Felder und Hügel, und mit etwas Fantasie hört man fast das Echo vergangener Zeiten im Wind.
Groß inszeniert ist hier nichts. Kein Kassenhäuschen, kein Souvenirshop – nur Ruine, Ruhe und Aussicht. Für mich ein schöner, kurzer Abstecher.
Unser heutiger Umkehrpunkt sollte das kleine Küstenstädtchen Tramore sein. Zumindest hatten wir es uns klein und charmant vorgestellt. Wir hofften, direkt am Wasser ein nettes Restaurant zu finden, um ein verspätetes Mittagessen zu genießen.
Nun ja … da hatten wir uns gründlich getäuscht.
Tramore entpuppte sich als beliebter Sommerurlaubsort, Parkplatzsuche im oberen Ortsteil oder an der Wasserfront sinnlos. Schließlich kapitulierte ich und parkte einfach beim Aldi – im Nachhinein eine sehr gute Entscheidung.
Nachdem das Auto stand, spazierten wir Richtung Meer – und standen plötzlich vor einem riesigen Vergnügungspark. Ganz und gar nicht die irische Küstenromantik, die wir erwartet hatten. Ich fühlte mich spontan an Blackpool erinnert.
Kulinarisch wurde es leider auch nicht besser. Pommesbuden reihten sich aneinander, alle irgendwie wenig einladend. Und schon wieder Fish & Chips? Nein, danke.
Also blieb es bei einer Portion Pommes – mehr aus pragmatischen Gründen als aus Begeisterung – und wir machten uns bald darauf wieder auf den Rückweg. Manchmal sind nicht alle Stopps ein Volltreffer.
Der Rückweg in der goldenen Nachmittagssonne war da schon eher unser Ding. Immer wieder hielten wir kurz an, bevor wir schließlich wieder in Dungarvan ankamen.
Angekommen in Dungavan wollten wir eigentlich etwas essen gehen, aber die Pups waren alle knallvoll und superlaut. Überall dröhnte Musik vom Band aus den Lokalen heraus. Da hatten wir heute keine Lust drauf. Wenn ich mich recht erinnere, haben wir in unserer Ferienwohnung unsere Reste verputzt.
















