12. Tag - Sonntag, 24. August 2025 Dungarvan - Radtour - Dungarvan

Ein Blick aus dem Fenster genügte, um zu wissen: Das Traumwetter von gestern hatte sich erst einmal verabschiedet. Laut Wetterbericht sollte ab Mittag aber die Sonne zurückkehren – beste Voraussetzungen also für unsere geplante Radtour.

Im Vorfeld hatten wir bei einem Anbieter in Dungarvan zwei Touren-E-Bikes reserviert, die wir nach dem Frühstück abholten. Praktischerweise befand sich die Ausgabe in einem Container direkt an einem großen Parkplatz – zugleich Startpunkt des Radwegs, den wir fahren wollten. Perfekt, denn so konnten wir das Auto einfach stehen lassen.

Die Räder waren gesattelt, der Proviant verstaut. Es konnte losgehen – folgt uns auf den 🚴‍♀️🚴‍♂️

Waterford Greenway

Der Waterford Greenway ist ein autofreier Rad- und Wanderweg zwischen Waterford City und Dungarvan. Die Strecke folgt einer ehemaligen Bahntrasse – entsprechend angenehm sind die moderaten Steigungen.

Er verfügt über 11 Brücken, drei Viadukte und einen 400-Meter-Tunnel und verläuft zwischen der Stadt Waterford, Mount Congreve, Kilmeaden, Kilmacthomas und Dungarvan und führt entlang eines Teils der Copper Coast. Mit 46 km ist es Irlands längster Greenway. Die Waterford und Suir Valley Railway teilt sich die Route entlang der Ufer des Flusses Suir.

Da wir in Dungarvan gestartet waren, fuhren wir die Strecke logischerweise in umgekehrter Richtung.

Alles war hervorragend ausgeschildert – verfahren konnte man sich hier wirklich nicht. Schon nach zehn Minuten lockte die erste Verpflegungsmöglichkeit. Frisch gestärkt vom Frühstück radelten wir jedoch standhaft vorbei.

Kurz darauf folgte dann die erste wichtige Information!!!

Ja, sogar die Toiletten sind auf diesem Radweg hervorragend ausgeschildert. Da können sich so manche Radwegebauer eine Scheibe abschneiden – in Deutschland wird an so etwas ja oft nicht einmal gedacht.

In dieser Hinsicht war der Greenway wirklich vorbildlich organisiert.

So ließ das erste Highlight nicht lange auf sich warten.

Dieser grüne Tunnel aus Efeu, Farnen und allem, was sonst noch üppig wucherte, hatte es mir schon im Internet angetan. Den wollte ich unbedingt einmal live erleben – und jetzt rollten wir tatsächlich mitten hindurch. 🌿🚴‍♀️

Die Streckenführung in dieser tollen Landschaft war das eigentliche Highlight dieses Radweges. Selbst ohne Sonnenschein gab es unterwegs viel zu entdecken – und für Verpflegung sorgte die Natur am Wegesrand. 

Heute wollten wir auf keinen Fall die Mittagspause verpassen und bogen  deshalb am schönen 

Viadukt in Kilmacthomas

ab. In der Hoffnung, im Ort nicht nur – wie am Streckenschild angezeigt, eine Toilette zu finden, sondern auch eine Möglichkeit zum Mittagessen.

Genug pausiert 😉
Auf in die nächste Etappe – weiter geht’s! 🚴‍♀️

Gegen 15:30 Uhr erreichten wir nach ca. 38 Kilometern den Endpunkt unserer heutigen Tour.

Waterford and Suir Valley Heritage Railway, Kilmeaden Train Station

Mitten auf der Greenway-Strecke trifft man bei Kilmeaden auf ein kleines Stück Eisenbahnromantik: die Waterford and Suir Valley Railway.

Vom liebevoll restaurierten Bahnhof aus fährt eine historische Schmalspurbahn durch das idyllische Suir-Tal. Alte Waggons, ehrenamtliche Betreiber und spürbares Herzblut machen diesen Ort zu einer charmanten Zeitreise.

Selbst wenn man – so wie wir – nicht mitfährt, lohnt sich hier ein kurzer Stopp. Ein Hauch von Nostalgie zwischen Fahrradsattel, Flusslandschaft und irischer Gelassenheit.

Bis zur Einfahrt der kleinen Schmalspurbahn gönnten wir uns noch einen Kaffee und teilten uns ein Stück Rocky Road. Hmmmm … lecker!!! 😋 Dabei beobachteten wir ganz entspannt das bunte Treiben rund um den kleinen Bahnhof. 🚂

Zu mehr reichte es an diesem Tag allerdings nicht mehr. Wir waren beide ziemlich ko, und zudem war es erstaunlich wuselig dort. Große Fotosessions fielen also aus. Es gibt lediglich ein Bild von mir (links) und eines von Ute (rechts), auf dem man immerhin den Namen des Bahnhofs erkennen kann.

Kurz vor 17:00 Uhr war es endlich so weit.

Die kleine Bahn rollte in den Bahnhof ein – und die größten Augen machten eindeutig die kleinen Fahrgäste. 🚂

Für uns war das das Signal zum Aufsatteln. So langsam mussten wir den Rückweg antreten: Spätestens um 20:00 Uhr sollten die Räder wieder abgegeben sein, und bis Dungarvan lagen noch gut 26 Kilometer – inklusive geplanter Fotostopps – vor uns.

Schon während der Rückfahrt schrieb ich dem Servicemitarbeiter des Fahrradverleihs, dass wir es wohl nicht bis 19:00 Uhr schaffen würden. Ganz entspannt antwortete er, wir sollten ihn einfach kurz vor unserer Ankunft anrufen – er käme dann los. Herrlich unkompliziert, diese irische Gelassenheit.

Gegen 19:30 Uhr rollten wir schließlich auf den Parkplatz in Dungarvan, und der nette Service-Mann stand bereits bereit.

Nach rund 76 Kilometern waren wir inzwischen ziemlich platt und sehr froh, die Räder abgeben zu dürfen.

Zum Abendessen schafften wir es gerade noch schräg gegenüber in den Thai neben unserer Ferienwohnung. Mehr als diese paar Meter wären an diesem Abend definitiv nicht mehr drin gewesen. 🍜🚴‍♀️

Und obwohl sich später alles nach einem spektakulären Sonnenuntergang anfühlte, war Ute nicht mehr dazu zu bewegen, auch nur einen Meter vor die Tür zu gehen.

Ich selbst habe es immerhin noch einmal kurz nach draußen geschafft, um die dramatischen Wolken wenigstens schnell festzuhalten. Für große Foto-Exkursionen fehlte an diesem Abend dann doch die Energie. 🌅