8. Tag - Mittwoch, 20. August 2025 Bantry - Beara - Bantry

Heute wollten wir die Halbinsel Beara erkunden.

Blöd nur, dass der Wetterbericht alles andere als vielversprechend war: dicke Wolken, wenig Sonne, bestenfalls kurze Aufhellungen. Also ließen wir es ruhig angehen und starteten mit einem ausgiebigen Frühstück. Danach fuhren wir nach Bantry in den Supermarkt, um uns ein paar Sandwiches belegen zu lassen – so waren wir zumindest zur Mittagszeit nicht auf ein Restaurant angewiesen.

Irgendwie war von Anfang an der Wurm drin. Wie genau es passieren konnte, wissen wir bis heute nicht, aber Google schickte uns erst einmal auf einen Pass. Am höchsten Punkt bei Priest’s Leap fanden wir nach längerer Zeit endlich eine Möglichkeit zum Parken und Orientieren. Ups – offenbar waren wir ziemlich weit vom eigentlichen Weg abgekommen.

Aber: ganz schlimm war das nicht. Hier oben boten sich großartige Ausblicke – und als Bonus gab es noch eine ausgesprochen fotogene Schafsherde.

Priest's Leap

Eine kleine Schafparade Google (Noto Color Emoji 16.0)

Puh, das hatte ganz schön Zeit gekostet. Es war bereits nach 11:00 Uhr, bis wir endlich auf der Halbinsel ankamen. Wir entschieden uns, zunächst die weniger touristische Seite zu fahren – in der Hoffnung auf besseres Wetter. Und tatsächlich sah es anfangs sogar danach aus.

So gegen 12:00 Uhr begaben wir uns auf die Suche nach der 

Ardea Castle (Ruins)

Auf der Suche nach dieser Ruine landeten wir zunächst am Meiler Tuosist – hier ging es erst einmal nicht weiter. Also fuhren wir noch ein Stück und stellten das Auto kurzerhand am Straßenrand ab. Ab jetzt hieß es: zu Fuß weiter.

Wir stapften durch hohes Gras über unebene Wiesen, stießen auf zugewachsene Zäune und dichtes Gestrüpp. Und ich dachte nur: Typisch Irland – schon wieder ein kleines Suchspiel. 🙂

Einen Teil der Ruine erahnten wir letztlich nur durch dichtes Gestrüpp, an einem weiteren kleinen Mauerrest kamen wir immerhin direkt vorbei. Ein beachtlicher Aufwand für ein paar alte Steine. Sollten uns dabei Einheimische beobachtet haben, amüsierten sie sich vermutlich köstlich. 😄

Auf dem weiteren Weg entlang der Kenmare Bay entdeckten wir zahlreiche Muschelbänke, die in einem faszinierenden Licht schimmerten. Wir waren damit nicht allein: Immer wieder sahen wir unterwegs andere Reisende, die anhielten und versuchten, dieses besondere Lichtspiel einzufangen.

Castletownbere

Im Nieselregen erreichten wir den Ort erst am späten Mittag. Da wir wenig Lust auf unsere Sandwiches hatten, suchten wir uns spontan eine Lokalität zum Essen und landeten schließlich bei Breens Lobster. Was wir dort genau gegessen haben, wissen wir heute leider nicht mehr – aber es muss geschmeckt haben. Dieses kleine Restaurant ist uns jedenfalls in guter Erinnerung geblieben, nicht zuletzt wegen seines schönen, hellen Interieurs.

Hier noch ein paar Impressionen von Castletownbere.

Heute war wirklich ein Paradebeispiel für Murphys Gesetz.

Hinter Castletownbere erwartete uns eine riesige Baustelle, durch die sich der Verkehr nur äußerst zäh durch den Ort quälte. Eigentlich hätte dieser Weg zu unserem Plan gehört, doch bei diesem Wetter hatten wir wenig Lust, uns in einem endlosen Stau die Zeit zu vertreiben – zumal wir auf dem Rückweg erneut durch dieses Nadelöhr gemusst hätten. Und das alles nur, um bis ganz an die Spitze der Halbinsel zu fahren.

Wir entschieden uns daher pragmatisch für die entspanntere Variante: Der Zipfel wurde gestrichen, und wir machten uns auf direktem Weg – ganz ohne Baustellenchaos – zurück Richtung Bantry.

Auf unserem Rückweg entdeckte Ute einen Hinweis auf einen alten Friedhof. Spontan entschieden wir uns, einen Abstecher dorthin zu machen.

Old Adrigole Graveyard

OK, ein „must see“ war der Friedhof nicht, dafür war aber die Gegend ganz hübsch und eine kleine Überraschung gab es dann auch noch.

Nicht weit vom Friedhof entfernt entdeckten wir einen hübschen Lostplace. 

Während Ute bereits eifrig fotografierte, kam ich ins Gespräch mit einer Dame, die gerade mit ihrem Auto vorfuhr, um ihre beiden Kühe zu füttern. Bald stellte sich heraus, dass das verlassene Haus, das wir gerade bestaunten, ihr Elternhaus war. Beide Eltern waren bereits verstorben, und so lag das Haus – wie so oft in Irland – still und verlassen da, umgeben von der üppigen Landschaft.

Die Dame hatte keinerlei Einwände gegen unsere Fotos und lud uns sogar ein, ihre Farm zu besuchen und die anderen Tiere kennenzulernen. Ganz sicher hätte sie uns auch noch auf eine Tasse Tee eingeladen, doch wie so oft auf Reisen lief uns leider die Zeit davon. Solche Begegnungen, so herzlich und unvermittelt, erlebt man wohl nur in Irland. 🍀

Viel schneller als gedacht erreichten wir das hübsche kleine Städtchen

Glengariff

Wir schlenderten ein wenig durch den Ort, auf der Suche nach einem hübschen kleinen Café. Fündig wurden wir zwar nicht, dafür entdeckten wir einen kleinen Eisladen und gönnten uns unser erstes Eis in Irland – was soll ich sagen: lecker war es!

Kommt mit und wandelt für einen Moment durch den charmanten Ort – lasst die bunten Häuser und das gemütliche Flair auf euch wirken.

Mit diesen Fotos endet dieser ereignisreiche Tag.

In unserem hübschen Ferienhaus verputzten wir die am Morgen belegten Sandwiches und spülten alles gemütlich mit einem kühlen Bierchen hinunter.

Good night, sleep tight!