2. Tag - Donnerstag, 14. August 2025 Galway - Connemara - Galway
Heute stand Connemara auf dem Programm. Gleich nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg. Bevor wir jedoch auf die N59 einbogen, steuerten wir noch einen Supermarkt an – der nächstgelegene entpuppte sich als Lidl. Dort versorgten wir uns mit Keksen, Wasser und diversen anderen nützlichen Dingen. Dabei brachten wir den Laden allerdings ganz schön durcheinander. Doch das ist eine andere Geschichte, die vielleicht am Ende dieses Tages noch erzählt wird.
Nach erledigtem Einkauf verließen wir Galway und fuhren auf die N59, stets mit einem Auge auf der Suche nach einer Tankstelle. Unser erster Halt sollte der Pine Island Viewpoint sein. Dachten wir zumindest. Ich war zwar etwas erstaunt, dass wir unterwegs nicht am Connemara Giant vorbeigekommen waren, doch da ich keine genaue Vorstellung davon hatte, wie dieser eigentlich aussah, machte ich mir darüber zunächst keine weiteren Gedanken.
Also hielten wir an einem Aussichtspunkt, der durchaus hübsch war und für uns ganz klar den Blick auf Pine Island bot. Und tatsächlich: Wir sahen auch eine Pine Island – allerdings standen wir am
Lough Bofin
Auch hier gibt es einen Viewpoint und eine Pine Island, genau genommen sogar zwei. Da kann man schon einmal durcheinanderkommen.
Doch es sah hier wirklich wunderschön aus, und wir waren sofort begeistert. So kam es dann auch, dass wir bei Maam Cross nicht wie ursprünglich geplant geradeaus weiterfuhren, sondern spontan abbogen – unser nächstes Ziel waren Wasserfälle. Auf Utes Wunsch entschieden wir uns für die Aasleagh Falls, da sie deutlich näher lagen als der ursprünglich geplante Lough-Nafooey-Waterfall. Mir war das völlig recht, zumal dieser Wasserfall ohnehin direkt auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel lag.
Da das Licht gerade besonders schön war, blieben wir zunächst noch für einen kurzen Fotostopp am Eingang zum Killary Fjord hängen.
Windig war es hier – kein Wunder also, dass das Wolkenspiel über dem Fjord so gigantisch und beeindruckend wirkte.
Am Rande der alten Aasleagh Falls Bridge fanden wir einen kleinen Parkplatz. Von dort aus war es nur noch ein kurzer Spaziergang bis zum Ziel. Der Weg führte durch typisch irische Landschaft: schön gewachsene, alte Eichen und Pinien säumten den Pfad, teilweise umwachsen von Rhododendren – schade nur, dass ihre Blütezeit bereits vorbei war. Auf der gegenüberliegenden Seite krochen üppige Farne den kleinen Hang hinauf und verliehen der Szenerie ein fast märchenhaftes Flair.
Schon bald erreichten wir einen kleinen Aussichtspunkt. Dieser blieb allerdings etwas hinter unseren Erwartungen zurück. Gern wären wir dem Wasserfall nähergekommen oder hätten ihn aus einer anderen Perspektive betrachtet, doch sämtliche Wege waren inzwischen gesperrt. So mussten wir uns mit dem begnügen, was möglich war – und den Moment dennoch genießen.
Aasleagh Falls
Putzig der Kleine 🙂
Unser nächstes Ziel war eigentlich nur etwa 20 Minuten entfernt. Eigentlich. Denn die grandiosen Ausblicke entlang des Killary Fjords nötigten uns immer wieder zum Anhalten – zum Fotografieren, Staunen und Genießen.
Killary Fjord








Wow – heute herrschte wirklich Kaiserwetter! Die Jacken hatten wir längst ausgezogen. Leider gab es entlang des Fjords viel zu wenige Haltebuchten, dabei konnten wir uns an der beeindruckenden Landschaft und dem spektakulären Wolkenspiel kaum sattsehen. Kein Wunder also, dass wir statt der geplanten 20 Minuten schließlich eineinhalb Stunden brauchten, um unser nächstes Ziel zu erreichen.
Hier erwartete uns die gruselige Überraschung des Tages. :-O
Kylemore Abbey
Kurzfassung: Die Abbey platzte aus allen Nähten. Schon die Parkplatzsuche geriet zur Geduldsprobe – und das trotz einer in den letzten zehn Jahren großzügig vervielfachten Parkfläche. Unser Eindruck: Ganz Irland war heute genau hier verabredet. Also sparten wir uns die ausführliche Besichtigung, schossen pflichtbewusst das obligatorische Foto und erklärten die Sache für erledigt. Reicht dann auch.
Die Parkplatzsuche an der Abbey und die anschließende Orientierung hatten mehr Zeit verschlungen als gedacht. So war es bereits 18:30 Uhr, als wir schließlich am Coral Beach ankamen. Die Temperaturen waren immer noch angenehm mild, weshalb es uns kaum wunderte, dass sowohl am Strand als auch im Wasser noch einiges los war. Offenbar hatte das Meer in dieser schmalen Bucht seine Wärme erstaunlich gut gespeichert. Zeit also, das Wasser selbst zu testen.
Leider zog ich meine Schuhe bereits oberhalb des Strandes aus – ein klassischer Anfängerfehler, wie sich schnell herausstellte. Über kleine, spitze Korallen zu laufen, ist nämlich alles andere als angenehm. Entsprechend erleichtert war ich, als ich endlich das Wasser erreichte und meine geschundenen Fußsohlen hineinhalten konnte. Ute war da deutlich schlauer: Sie lief mit Schuhen bis ans Wasser und zog sie erst dort aus.
Coral Beach
Das Wasser war tatsächlich wärmer als erwartet. Baden gehen wollten wir trotzdem nicht. Nachdem unsere Füße abgekühlt waren, erkundeten wir stattdessen die schöne Landschaft oberhalb des Strandes. Hier blühte es förmlich um die Wette: Die lilafarbenen Farbtupfer des Gewöhnlichen Blutweiderichs ließen die Szenerie erstrahlen. Daneben entdeckten wir Heidekraut und Ginster – für uns das typische Bild dieser Region.
Mit einer solchen Blütenpracht an einem Strand hatten wir nicht gerechnet. So spazierten wir über die Wiesen, die immer wieder von kleinen Steinmauern und interessanten Felsformationen unterbrochen wurden.








Gegen 19:30 Uhr machten wir uns langsam auf den Rückweg zu unserer Unterkunft in Galway. Kurz vor 20:00 Uhr kamen wir schließlich an. Nachdem wir unsere Sachen ins Zimmer gebracht hatten, begaben wir uns auf Restaurantsuche – was sich zu dieser späten Stunde als gar nicht so einfach erwies.
Am Ende landeten wir im Außenbereich einer Pizzeria, wo man immerhin noch gemütlich draußen sitzen konnte. Das Bier zischte, die Pasta war ganz in Ordnung, und so ließen wir den Abend entspannt ausklingen.
