9. Tag - Donnerstag, 21. August 2025 Bantry - Mizen Head - Bantry

Heute hatten wir uns vorgenommen, ein paar Steinkreise aufzuspüren. Schauen wir mal, ob uns das auch gelungen ist.

Kurz vor 9:00 Uhr verließen wir unser Ferienhaus und machten uns ohne Umschweife auf den Weg zum ersten Steinkreis. Dieser war tatsächlich ausgeschildert – wer hätte das gedacht! Direkt vor dem Eingang zum Stone Circle gab es gerade einmal genug Platz, um unser Auto abzustellen.

Das eigentliche Abenteuer begann jedoch erst auf dem Gelände selbst: Die Wiese war großzügig mit Kuhfladen dekoriert. Entsprechend aufmerksam setzten wir einen Fuß vor den anderen, stets bemüht, keiner dieser gut getarnten Tretminen zum Opfer zu fallen.

Kealkill Stone Circle

Beim Steinkreis von Kealkill

handelt sich um einen für Südwestirland typischen fünfsteinigen Steinkreis (Five Stone bzw. Axial Stone Circle) der Cork-Kerry-Serie. Insgesamt sind in der Region rund 55 dieser Kreise bekannt.

Der Steinkreis von Kealkill besteht aus fünf mittelgroßen, einzeln stehenden Steinen, die einen Ring bilden. Diese Anordnung gehört zur Gruppe der sogenannten radial stone cairns. Im Inneren des Kreises wurden kreuzförmig angeordnete Steinsetzungen entdeckt, die vermutlich einst einen Pfosten oder einen zentralen Stein stützten. Kealkill zählt zu den wenigen Steinkreisen, die archäologisch untersucht wurden.

Zum Ensemble gehören außerdem zwei nahegelegene Menhire. Einer von ihnen ragt heute noch über vier Meter hoch auf und war ursprünglich sogar mehr als sechs Meter hoch. Wie bei vielen freistehenden Menhiren („Outliers“) liegen sie auf einer Nordost-Südwest-Achse, an der auch der Steinkreis mit seinem axialen Stein und dem Portal ausgerichtet ist

Damit konnten wir die erste Mission erfolgreich abhaken. Nun waren wir gespannt, ob wir auch den zweiten Steinkreis finden würden, der ganz in der Nähe liegen sollte. Da es keinerlei Ausschilderung gab, fuhren wir zunächst ein Stück zurück und erklommen auf der anderen Seite den nächsten Hügel.

Es sah ganz so aus, als wären wir hier richtig. Wir mussten lediglich ein altes Gatter bezwingen und schon waren wir auf dem Gelände und entdeckten nach wenigen Metern den Steinkreis. 

Breeny More Stone Circle

Der Breeny More Stone Circle

ist ein axialer Steinkreis aus der mittleren Bronzezeit (ca. 1500–1000 v. Chr.), wie er für den Südwesten Irlands typisch ist. Der Name stammt vom irischen Brúine móra und bedeutet „große Wohnungen der Feen“.

Die Anlage besteht aus einem Steinkreis mit vier sogenannten Boulder-Bestattungen, zwei Portalsteinen und einem axialen Stein. Die Hauptachse des etwa 14 Meter großen Kreises verläuft in Südost–Nordwest-Richtung und ist vermutlich auf die aufgehende Sonne ausgerichtet.

Als Boulder-Bestattungen bezeichnet man große Felsblöcke, die auf mehreren kleineren Steinen ruhen. Ob sie tatsächlich als Grabstätten dienten, ist umstritten, da bisher keine menschlichen Überreste gefunden wurden.

Erst beim Tanz im Steinkreis zeigte sich wieder blauer Himmel. Wer weiß, wie das Wetter ausgefallen wäre, hätte ich mein Pendel dabeigehabt. 😉🧙‍♀️

Bevor es weiterging, gönnten wir uns noch einen Blick in diese wunderschöne Landschaft.

Unser nächster Halt führte uns nach Bantry. Dort suchten wir uns einen Parkplatz und erkundeten ein wenig das kleine Städtchen, das wir bisher sträflich links liegen gelassen hatten.

Bantry

Da unser nächstes Ziel gut eine Stunde entfernt lag, nutzten wir die Gunst der Stunde und deckten uns im großen Supermarkt in Bantry gleich mit Proviant für ein Picknick ein.

Wie vermutet erreichten wir unser nächstes Ziel genau zur Mittagszeit.

Baltimor Beacon

Der Baltimore Beacon, auch „Lot’s Wife“ genannt – nach der biblischen Frau, die zur Salzsäule erstarrte, ein Spitzname, der auf seine weiße, markante Form anspielt –, wurde 1848/49 auf einer Felskuppe über der Hafeneinfahrt errichtet. Die weiß gestrichene Säule diente als Tagmarke für Schiffe und ist heute ein markantes Wahrzeichen von Baltimore mit herrlichem Blick über die Bucht und die vorgelagerten Inseln.

Während wir hier herumstrolchten, zeigte sich endlich wieder einmal die Sonne. Also suchten wir uns ein windgeschütztes Plätzchen zwischen Heidekraut und Ginster und genossen unser leckeres Picknick.

Nach etwas mehr als einer Stunde Fahrtzeit erreichten wir

Mizen Head

Was wäre es schön gewesen, wenn hier Flut gewesen wäre. Aber irgendwie haben wir bisher jeden Strand und alle Klippen bei Ebbe erwischt. Da lässt sich nichts machen. Still ruht die See – und die Sonne war auch schon wieder weg. 🙁

Mizen Head

markiert den südwestlichsten Punkt des irischen Festlands und gehört zu den eindrucksvollsten Orten an der Atlantikküste. Die schroffen Klippen und der offene Blick auf den Ozean vermitteln eindrucksvoll die Abgeschiedenheit und Kraft dieser Landschaft.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde hier eine Signalstation errichtet, um vorbeifahrende Schiffe zu beobachten und vor Gefahren zu warnen. Eine schmale Bogenbrücke verbindet das Festland mit dem vorgelagerten Felsen, auf dem sich die Station befindet. Heute ist Mizen Head ein beliebter Aussichtspunkt – wild, windig und typisch Irland.

Noch eins zur Info:

Hier muss man Eintritt Zahlen. Erwachsene 7,50 €, Rentner/Studenten 6 €, Kinder unter 14 J. zahlen 4,50 € Kinder unter 5 sind frei. 

Hier folgen noch ein paar Impressionen aus dem Keeperhouse und Museum.

Es war schon eine ganz Ecke nach 17:00 Uhr als wir Mizen Head verließen. Da die Fahrt zum Sheeps Head Lighthouse noch gut eine Stunde gedauert hätte verzichteten wir darauf und fuhren dafür kurz am Floading Walkway vorbei. Dieser lag nur knappe 8 Minuten enternt. 

Floating Walkway

Eigentlich ja nur ein wackeliger Plastiksteg zum Strand.

Wegen der hübschen Dünenlandschaft lohnte sich der Weg aber allemal. Auf den Sprung ins gar nicht einmal so kalte Wasser verzichteten wir dennoch – der Wind war dafür einfach zu kühl.

Barley Cove Beach

Fotos dieses Stegs beziehungsweise des Plastikpontons hatte ich zuvor bei Googleline entdeckt. Da der Strand so nah war, konnten wir trotz des kühlen Windes nicht widerstehen und machten kurzerhand noch einen Abstecher dorthin.

Dies war der letzte Stopp des Tages.

Von hier aus fuhren wir zügig weiter Richtung Bantry. Kurz vor Bantry House and Gardens gerieten wir in einen kleinen Stau. Was war da los? Ein kurzer Blick ins Internet brachte die Antwort: Am Abend fand dort ein Konzert statt.