6. Tag

Sonntag, 5. Mai 2024, Minas Riotino - Punta Umbria

„Direkt“ können wir nicht 🙈

Vielleicht ist es euch ja schon aufgefallen, aber irgendwie kommen wir nie auf direktem Weg von A nach B.

Immer liegt irgendetwas – oftmals etwas sehr Interessantes – auf unserem Weg und verleitet uns zu einem Stopp. Und manchmal ist es sogar so wie heute, dass wir schon vor dem eigentlichen Stopp ins sprichwörtliche Stoppen kamen. Unser Ziel war Niebla, aber die Landschaft irgendwo zwischen Punta Umbría und Niebla war einfach zu schön, um daran vorbeizurauschen.

Diese Landschaft mit ihren hohen, wunderbar gewachsenen Steinkiefern und den ausgeprägten, schirmförmigen Kronen sowie den farbenprächtigen Teppichen aus Wildblumen und Gräsern hat uns wirklich in Erstaunen versetzt.

Schließlich erreichten wir die Festungsmauern von 

Niebla

Die kleine Stadt Niebla liegt auf einem Hügel am Río Tinto und wird von einer beeindruckenden, fast zwei Kilometer langen Stadtmauer umgeben. Schon bei der Anfahrt fallen die mächtigen Mauern und Türme ins Auge.

Im Zentrum steht das Castillo de los Guzmanes, eine mittelalterliche Burg, die innerhalb der Festungsanlage liegt. Die Ursprünge der Befestigung reichen allerdings deutlich weiter zurück: Niebla war bereits in römischer Zeit ein bedeutender Ort und wurde später von den Mauren ausgebaut.

Besonders schön fanden wir den Kontrast zwischen den warmen Farben der alten Mauern, dem Grün der Landschaft und dem tiefen Rot des Río Tinto.

Bereits die mächtige Stadtmauer gefiel uns ausgesprochen gut. Praktischerweise fanden wir direkt an der Mauer sogar einen kostenfreien Parkplatz. Somit stand einem Spaziergang durch die von den Mauren und dem Mittelalter geprägte Stadt nichts mehr im Wege.

Gleich hinter der Stadtmauer stolperten wir regelrecht über die

Iglesia de San Martín

Laut Internet soll dies eine der auffälligsten historischen Kirchen in Niebla sein. Das Gebäude – wenn man bei dieser Ruine überhaupt noch von einem „Gebäude“ sprechen kann – vereint verschiedene Baustile und zeugt damit von der wechselvollen Geschichte der Stadt.

Ich hänge mich jetzt mal weit aus dem Fenster: Wir fanden die Ruine durchaus sehenswert. Aber als Kirchengebäude würde ich sie nun wirklich nicht bezeichnen. 😉

Weiter geht es durch die sehr aufgeräumten, autofreien Gassen der Altstadt von Niebla. Und auch hier entdecken wir immer wieder schöne Azulejos.

Schließlich weitete sich die Gasse zu einem kleinen Platz. Gleich unser erster Blick fiel auf eine kleine Kirche …

Wow, interessant, dachten wir so bei uns und schauten uns erst einmal die anderen Seiten des Platzes an. Denn hier gab es einiges zu entdecken – kein Wunder, denn wir befanden uns auf der

Plaza de Santa María

Ich würde mal behaupten, dass dies das Zentrum von Niebla war.

Ich mache es mal kurz: Rechts von uns befand sich die schöne Fassade des..

Antiguo Hospital de Nuestra Señora de los Ángeles

Das ehemalige Hospital stammt aus dem 16. Jahrhundert und diente ursprünglich der Versorgung von Kranken und Bedürftigen. Heute ist vor allem die historische Fassade sehenswert, die mit ihrem typisch andalusischen Charakter gut in das Ensemble des Platzes passt.

Hinter uns versteckte sich das

Ayuntamiento de Niebla (Rathaus)

Viel mehr gibt es dazu eigentlich gar nicht zu sagen – uns gefiel vor allem das hübsche Gebäudeensemble rund um die Plaza de Santa María.

Nachdem wir diese Gebäude ausgiebig abfotografiert und bewundert hatten, war nun endlich unser eigentliches Objekt der Begierde an der Reihe: die kleine Kirche.

Iglesia Santa María de la Granada

Diese kleine Kirche war sicherlich das interessanteste Gebäude, das wir in Niebla entdeckt haben. Laut unserem Reiseführer hatte sie eine besonders spannende und wechselvolle Geschichte.

Die Kirche wurde auf den Resten einer früheren Moschee errichtet, deren Minarett teilweise in den heutigen Glockenturm integriert wurde.

Auch im Inneren treffen verschiedene Epochen und Baustile aufeinander und  Teile der ehemaligen Moschee sollten noch erkennbar sein, während andere Bereiche deutlich von der christlichen Umgestaltung geprägt sind.

Vielleicht ahnt ihr es ja schon: Durch unsere Trödelei hatten wir tatsächlich die Öffnungszeit dieser Kirche verpasst. Fast direkt vor unserer Nase wurde der Schlüssel umgedreht. Shit happens! Oder auf Spanisch: „Así es la vida.“ 😉

Okay, da kann man nichts machen. Also setzten wir unseren Weg entlang der alten Stadtmauer fort. Auch wenn der Himmel über uns längst mit fetten Wolken durchzogen war, leuchteten vereinzelt Blümchen entlang der Mauer um die Wette. Wir folgten der Mauer, bis wir schließlich den fast ausgetrockneten Río Tinto erreichten. Hier ging es dann tatsächlich nicht mehr weiter.

So langsam verließ uns allerdings das Wetterglück. Da wir zufällig am Eingang der Burg vorbeikamen, beschlossen wir, dort einen Einkehrschwung zu machen

Castillo de los Guzmanes

Das Castillo de los Guzmanes thront innerhalb der alten Stadtmauer von Niebla und gehört zu den markantesten Bauwerken der Stadt. Die Ursprünge der Burg reichen bis in die maurische Zeit zurück, später wurde sie von den christlichen Herrschern weiter ausgebaut.

Die mächtigen Mauern und zahlreichen Türme vermitteln noch heute einen guten Eindruck von der einstigen Bedeutung der Festung. Besonders schön ist der Blick von der Burgmauer über Niebla und die umliegende Landschaft.

Für uns hatte die Burg allerdings noch einen ganz praktischen Vorteil: Von hier oben entdeckten wir endlich ein geöffnetes Café. 😄

Niebla

Damit endete unser Ausflug nach Niebla. Uns hat die kleine Stadt mit ihren alten Mauern, den verwinkelten Gassen und den historischen Gebäuden richtig gut gefallen. Nur das Wetter hätte bei unserem Rundgang gerne etwas besser mitspielen dürfen. Aber man kann schließlich nicht alles haben.

Und kaum hatten wir Niebla den Rücken gekehrt, verließen uns die dicken dunklen Regenwolken.

Michelin

Gegen 13:00 Uhr erreichten wir Punta Umbría und unser Hotel für die nächsten drei Nächte. Bevor wir uns am Pool niederließen, wurde erst einmal ausgiebig Mittag gegessen – zum Glück gab es direkt gegenüber vom Hotel einige Restaurants.

Am frühen Abend erkundeten wir Punta Umbría auf der Suche nach dem Strand und einem ansprechenden Restaurant. Aber was soll ich erzählen? Der Ort ist eine reine Trabantenstadt: überall Ferienwohnungen und ein paar geöffnete Pubs. Spanische Restaurants? Fehlanzeige!

Überhaupt fanden wir den Ort so wenig ansprechend, dass wir nicht einmal ein Foto gemacht haben. Nachdem wir einmal über den schönen Strand gelaufen waren, machten wir uns wieder auf den Weg zum Hotel und meldeten uns dort zum Abendessen am großen Hotelbuffet an.

Letztendlich war das eine gute Entscheidung. 😉