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Montag, 27. April 2026 - Frankfurt/Catania nach Syrakus

Besser geht’s nicht!

Meist ist die Anreise schnell erzählt, diesmal war das allerdings etwas anders.

Begonnen hat alles mit einem faszinierenden Licht auf dem Vorfeld. Hinter dem Rollfeld zeichnete sich bereits der Sonnenaufgang ab und tauchte die Szenerie in eine besondere Stimmung. Dieses Schauspiel entschädigte zumindest ein wenig für die eher lästige Busfahrt.

Im Flugzeug gab es dann die nächste Überraschung. Mein Sitzplatz befand sich plötzlich nicht mehr – wie ursprünglich reserviert – in der vorletzten Reihe, sondern irgendwo im hinteren Drittel der Maschine. Was war da passiert? Hatte man etwa das Fluggerät gewechselt?

Eine kurze Nachfrage bei der Purserin brachte Licht ins Dunkel. Wie ich bereits vermutet hatte, war auf eine größere Maschine umgestellt worden, sodass viele Sitzreihen frei geblieben waren. Natürlich ließ ich mir diese Gelegenheit nicht entgehen und zog mich noch weiter nach hinten zurück. Dort standen mir praktisch zwei gegenüberliegende Dreierreihen ganz für mich allein zur Verfügung.

So gruselig die frühe Abflugzeit auch war, sie hatte zumindest einen großen Vorteil: Über den Alpen zeigte sich ein fantastisches Morgenlicht, das die Bergwelt in eine ganz besondere Stimmung tauchte.

Als beim Anflug auf Catania schließlich der Ätna in seiner ganzen Pracht vor uns auftauchte, war ich sofort begeistert. Diesen gewaltigen Vulkan musste ich mir unbedingt aus der Nähe ansehen. Doch zunächst genoss ich den grandiosen Anblick aus der Luft. Besser hätte mein erster Eindruck von Sizilien kaum sein können.

Deshalb spendiere ich auch noch einen weiteren Ausblick 

Ätna, Sizilien

Es war schon faszinierend, dass der Vulkan selbst vom Rollfeld aus noch so gut zu erkennen war.

Der Flugkapitän hatte beim Abflug also nicht zu viel versprochen – wir waren bestens in der Zeit. Meine Vorfreude stieg von Minute zu Minute. Jetzt musste ich nur noch die Autovermietung finden, die sich laut Buchungsunterlagen direkt im Flughafenterminal befinden sollte.

Wie sich herausstellte, stimmte das jedoch nicht. Um zur Station zu gelangen, musste ich das Terminal verlassen und knapp einen Kilometer zu Fuß zurücklegen. Der Weg führte an Baustellen vorbei, über allerlei Absätze, die für meinen Rollkoffer alles andere als ideal waren, und durch Engstellen ohne Bürgersteig. Zu allem Überfluss trug die Autovermietung vor Ort nicht einmal den Namen, der auf meinem Voucher angegeben war. Nur durch mehrmaliges Nachfragen fand ich schließlich die richtige Adresse.

Doch damit war die Geduldsprobe noch nicht vorbei. Bis überhaupt ein Mitarbeiter am Schalter erschien, verging eine gefühlte Ewigkeit.

Nachdem ich sämtliche Versuche abgewehrt hatte, mir zusätzliche Versicherungen zu verkaufen, ging es endlich zum Auto. Dort fotografierte ein Mitarbeiter den Wagen einmal rundherum, drückte mir den Schlüssel in die Hand – und verschwand.

Es dauerte noch einen Moment, bis ich Sitz und Spiegel eingestellt hatte. Gegen 10:30 Uhr rollte ich schließlich vom Parkplatz. Endlich konnte mein Sizilien-Abenteuer beginnen.

Die Fahrt zu meiner ersten Unterkunft, einer kleinen Ferienwohnung unweit der Altstadt von Syrakus, verlief erstaunlich ereignislos. So entspannt hatte ich mir den sizilianischen Straßenverkehr ehrlich gesagt nicht vorgestellt.

An meinem Ziel angekommen, wartete gleich die nächste positive Überraschung auf mich: Direkt vor dem Haus war ein Parkplatz frei. Nun musste ich nur noch die Adresse ausfindig machen, an der der Schlüssel für die Wohnung hinterlegt war.

Das erwies sich allerdings als schwieriger als gedacht. Die angegebene Hausnummer war nirgends zu entdecken. Also fragte ich kurzerhand in einer Bar nach. Dort wurde mir sofort geholfen. Die Inhaberin kannte meine Vermieterin sogar persönlich und rief sie kurzerhand an, um zu klären, wo sich der Wohnungsschlüssel befand.

Nachdem das Rätsel gelöst war, bezahlte ich meinen Espresso und machte mich wieder auf den Weg. Der Schlüssel wartete in einer Fahrradwerkstatt auf mich. Der Mitarbeiter dort begnügte sich jedoch nicht damit, ihn mir auszuhändigen, sondern brachte mich persönlich bis zur Wohnung.

Was für ein netter Service! Schon nach den ersten Stunden war ich von Sizilien und der Herzlichkeit seiner Bewohner begeistert. Wenn der Rest der Reise ähnlich verlief, konnte eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Viel zu neugierig auf all das, was mich auf dieser Reise erwarten würde, machte ich mich, kaum dass die Koffer in der Wohnung standen, sofort auf den Weg in das historische Zentrum von Syrakus nach 

 

Ortigia

Doch da hatte ich die Rechnung ohne meinen Magen gemacht. Es war bereits nach 13 Uhr, und seit dem Aufstehen um 4:30 Uhr hatte ich kaum etwas gegessen. Bevor es weiterging, musste also erst einmal eine Stärkung her.

Die Leckerei im Vordergrund nennt sich Arancino  und gehört zu den bekanntesten Spezialitäten Siziliens. Die frittierten Reisbällchen werden mit den unterschiedlichsten Zutaten gefüllt. Meine Wahl fiel auf Käse und Aubergine – eine hervorragende Entscheidung.

Zusammen mit einem alkoholfreien Bier war das genau das Richtige. 🍺😋

Mit gefülltem Magen und neuer Energie machte ich mich schließlich daran, die Altstadt von Syrakus zu erkunden.

Bereits die ersten Eindrücke begeisterten mich, obwohl ich Ortigia noch gar nicht betreten hatte. Als ich kurz vor dem Foro Siracusano dann auch noch ein Tuk-Tuk entdeckte, musste ich schmunzeln. Irgendwie passte das perfekt zu diesem gelungenen Start.

Bislang stimmte einfach alles: Das Essen war lecker, die Temperaturen angenehm, die Atmosphäre entspannt und es gab schon nach wenigen Stunden mehr zu entdecken, als ich erwartet hatte. Bessere Voraussetzungen für einen gelungenen Urlaub konnte ich mir kaum wünschen.

Foro Siracusano

Die Überreste des antiken Forums von Syrakus. Heute wirkt die Anlage eher wie ein winziger archäologischer Park mit einigen Ausgrabungen und Grünflächen als wie ein klassisches Forum in Rom.

Folgt mir durch die engen Gassen von Ortigia, dem historischen Zentrum von Syrakus. Schon nach wenigen Minuten war ich von der Atmosphäre begeistert. Zwischen honigfarbenen Fassaden, kleinen Plätzen und versteckten Innenhöfen lässt es sich wunderbar treiben und entdecken.

Es machte großen Spaß, durch die alten, schmalen Gassen von Ortigia zu schlendern. Hinter jeder Ecke gab es etwas Neues zu entdecken, und die besondere Atmosphäre der Altstadt zog mich immer mehr in ihren Bann.

Irgendwann erreichte ich den Domplatz. Schon damals wusste man offenbar, bedeutenden Kirchen den passenden Rahmen zu geben. Der Platz strahlte eine besondere Eleganz aus, die sich nur schwer in Worte fassen lässt. Alles wirkte harmonisch, großzügig und irgendwie nobel.

Dabei hatte ich den Dom noch gar nicht betreten. 

Kathedrale Santa Maria delle Colonne

So, genug von außen gestaunt – werfen wir nun einen Blick ins Innere.

Bevor es soweit ist, muss allerdings noch ein kleiner Obolus von 2 Euro entrichtet werden. Im Vergleich zu den Kathedralen in Spanien, für die oft 5 Euro verlangt werden, ist das ausgesprochen günstig.

Der Dom von Syrakus ist ein architektonisches Unikat. Er wurde auf den Resten eines antiken Athenetempels errichtet und vereint bis heute antike, byzantinische, normannische und barocke Baustile unter einem Dach.

Die zweite Kirche auf dem Domplatz war leider heute geschlossen.

Santa Lucia alla Badia

Wirklich enttäuscht war ich über die geschlossene Kirche nicht. Immerhin hatte ich heute bereits eine Kirche von innen gesehen – mein Tagesziel war also erreicht. lach

Stattdessen schlenderte ich noch etwas um den Dom herum und erkundete die Umgebung. Das macht mir ohnehin meist mehr Spaß als der Besuch weiterer Gotteshäuser.

Ortigia ist eine kleine Insel, die über zwei Brücken mit Syrakus verbunden ist. Deshalb ist das Meer hier nie weit entfernt. Zeit also, die engen Gassen hinter mir zu lassen und den Blick über das tiefblaue Wasser und die kleinen Strände schweifen zu lassen.

Bei diesem herrlichen Wetter war dort natürlich schon einiges los. Trotzdem strahlte alles eine wunderbar entspannte Urlaubsatmosphäre aus.

Ehe ich mich versah, stand ich vor dem

Castello Maniace

Leider war die Festung zu diesem Zeitpunkt bereits geschlossen, sodass ich sie nur von außen bewundern konnte. Auch in den folgenden Tagen ergab sich keine Gelegenheit mehr für einen Besuch. So musste ich mich mit den Außenansichten begnügen.

Für mein Gefühl hatte ich jetzt genug Kultur getankt. Es wurde eindeutig Zeit für ein Eis.

Eine Gelateria war schnell gefunden, und wie bestellt wurde auch noch ein Tisch frei. Meinem ersten Eis auf Sizilien stand also nichts mehr im Wege.

Beweisfotos gibt es allerdings keine. Irgendwie war das Eis schneller aufgegessen, als ich daran gedacht habe, die Kamera zu zücken. 🍨😄

Das frühe Aufstehen machte sich langsam bemerkbar. Viel würde an diesem Tag nicht mehr passieren, zumal auch noch der Rückweg zu meiner Ferienwohnung vor mir lag. Also machte ich mich langsam auf den Heimweg.

Diesmal entschied ich mich für den Weg direkt am Wasser entlang – eine ausgezeichnete Wahl. Immer wieder boten sich wunderschöne Ausblicke auf das Meer, und unterwegs entdeckte ich sogar einige beeindruckende Gummibäume. Ein gelungener Abschluss für meinen ersten Tag auf Sizilien.

Bevor ich mich endgültig in Richtung Ferienwohnung aufmachte, wollte ich noch einem der größten Genies der Antike meine Aufwartung machen. Wer nach Syrakus kommt, sollte schließlich nicht einfach an

Archimedes 

vorbeigehen.

Der um 287 v. Chr. geborene Mathematiker, Physiker und Ingenieur machte hier zahlreiche bahnbrechende Entdeckungen. Weltberühmt wurde unter anderem sein Prinzip des Auftriebs – der Legende nach sprang er nach seiner Entdeckung mit dem Ruf „Heureka!“ durch die Straßen der Stadt. Während der Belagerung von Syrakus durch die Römer entwickelte Archimedes außerdem ausgeklügelte Verteidigungsmaschinen, die den Angreifern lange das Leben schwer machten. Auch wenn er den Fall der Stadt nicht verhindern konnte, ist sein Name bis heute untrennbar mit Syrakus verbunden.