Die Route - Nach Tagen aufgeteilt
12. Tag
Freitag, 8. Mai 2026 - Catania - Frankfurt
Schön – aber schlecht geplant 🙂
Catania verabschiedete mich bei strahlendem Sonnenschein. Nachdem das Auto beladen war, gönnte ich mir noch einen letzten Blick auf das am Ende der Straße liegende Castello Ursino. Da ich es bisher nicht geschafft hatte, das Kastell bei Tageslicht zu fotografieren, wollte ich das wenigstens am Abreisetag noch nachholen.
Und bevor jetzt jemand rätselt: Die beiden Fenster gehören nicht zum Castello, sondern zu einer gegenüberliegenden Bauruine. 😉
So gruselig die frühe Abflugzeit auch war, sie hatte zumindest einen großen Vorteil: Über den Alpen zeigte sich ein fantastisches Morgenlicht, das die Bergwelt in eine ganz besondere Stimmung tauchte.
Aus der Stadt herauszukommen war leichter als gedacht.
Da mein Flug erst gegen 17:00 Uhr abhob und ich das Auto bis 15:00 Uhr behalten konnte, hatte ich beschlossen, den Vormittag am Meer zu verbringen. Wie sich später herausstellte, hätte ich daraus ganz bequem einen richtigen Strandtag machen können – aber davon hatte ich an diesem Morgen leider überhaupt keine Ahnung. 😉
Im kleinen Fischerort Aci Trezza ließ ich das Auto zunächst im Fischereihafen stehen und machte mich zu Fuß auf, die Umgebung zu erkunden. Von der erhöhten Kaimauer hatte ich einen schönen Blick auf die Zyklopenfelsen und dem Ort, der sich malerisch an den kleinen Hügel schmiegte.
Isola Lachea und der Faraglione Grande lagen leider im Gegenlicht. Bei einer anderen Sonnenstellung leuchten die dunklen Felsen sicherlich noch viel schöner. Aber auch so fand ich den Anblick beeindruckend – besonders die bizarren Formen, die aus dem Meer ragen.
Aus der Ferne entdeckte ich noch weitere markante Felsen sowie eine Festung. Die wollte ich mir natürlich näher ansehen. Vorher möchte ich euch aber noch den kleinen Küstenort vorstellen.
Aci Trezza
Aci Trezza ist ein kleiner, ehemaliger Fischerort an der Zyklopenküste und vor allem für seine bizarren Lavagesteinsformationen vor der Küste bekannt. Die markanten Faraglioni dei Ciclopi sollen der Legende nach die Felsen sein, die der Zyklop Polyphem dem fliehenden Odysseus hinterhergeschleudert hat.
Mir gefiel aber nicht nur der Blick aufs Meer. Auch der Ort selbst hat mit seinem kleinen Hafen, den dunklen Lavasteinen und den engen Gassen seinen ganz eigenen Charme. Und natürlich gab es auch hier wieder jede Menge Fotomotive zu entdecken.
Nach diesen Impressionen fuhr ich ein Stück weiter, um das Auto umzuparken und näher an die weiteren Felsen heranzukommen. Nun stand ich in Aci Trezza auf einem – zumindest an diesem Tag – kostenlosen Parkplatz. Ich könnte mir allerdings gut vorstellen, dass dieser in der Hochsaison kostenpflichtig ist.
Auf dem Weg zu den Felsen entdeckte ich mehrere Cafés. Da mein letzter Kaffee schon eine Weile zurücklag, konnte ich einem kurzen Zwischenstopp natürlich nicht widerstehen. Bei einem Cappuccino und einer Granita al pistacchio ließ es sich bei inzwischen recht warmen Temperaturen gut aushalten. Schade fand ich nur, dass es hier keinen richtigen Strand gab – lediglich einen winzigen Badebereich zwischen den Felsen.
Nach dieser herrlichen Erfrischung spazierte ich ein Stück zurück zu den markanten Felsnadeln und wartete geduldig auf den richtigen Moment, um die aufbrausenden Wellen einzufangen, wenn sie sich spektakulär an den Felsen auftürmten.
Als ich von meinem Aussichtspunkt die Normannische Burg erblickte, entschied ich mich, dorthin zu fahren. Bei der inzwischen herrschenden Hitze war mir der Fußweg entlang der langgezogenen Bucht einfach zu weit.
Womit ich allerdings nicht gerechnet hatte, war die schwierige Parkplatzsuche in der Nähe der Burg. Die meisten Straßen waren nur für Anwohner befahrbar. In der Hochsaison werden diese vermutlich von den anstürmenden Touristen regelrecht überrollt. Heute hielt sich der Andrang glücklicherweise in Grenzen, und ich fand sogar direkt oberhalb der Burg einen regulären Parkplatz.
Leider wollte der Parkautomat nicht funktionieren. Also sprach ich einen von der Kommune beauftragten Parkwächter an. Der wollte wohl besonders freundlich zur „Tedesca“ sein und erließ mir kurzerhand die Parkgebühr. Grazie mille! 😘
Von meinem Parkplatz aus genoss ich zunächst den Blick auf das
Castello Normanno
Das Castello Normanno thront spektakulär auf einem ins Meer ragenden Lavaklippenfelsen. Die normannische Burg aus dem 11. Jahrhundert gehört zu den markantesten Sehenswürdigkeiten der kleinen Küstenstadt. Besonders reizvoll ist ihre Lage direkt am Meer – von hier bietet sich ein herrlicher Blick auf die Küste und die vorgelagerten Faraglioni dei Ciclopi.
Klar, dass ich mich aufmachte und die rund 100 Stufen erklomm, um das Castello Normanno zu besichtigen. Wenn ich mich recht erinnere, betrug der Eintritt 3,50 €.
Die Ursprünge der Burg reichen bis in die normannische Zeit zurück. 1076 errichteten die Normannen auf den Resten einer älteren byzantinischen Befestigung eine Burg. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Anlage mehrfach umgebaut und erweitert. Heute sind vor allem die mächtigen Mauern und der imposante Bergfried erhalten.
Besonders beeindruckend fand ich jedoch die Lage der Burg. Von oben reicht der Blick weit über die Küste und das tiefblaue Meer. Auch die markanten Faraglioni dei Ciclopi, die ich zuvor schon aus der Ferne bewundert hatte, waren von hier wieder gut zu erkennen.
Ein Restaurant zu finden, war in der Vorsaison gar nicht so einfach. Meist stand nur Pizza auf der Speisekarte, und darauf hatte ich nun wirklich keine Lust. Mir war vielmehr nach Meeresgetier – und genau danach sollte ich schließlich auch fündig werden.
Auf dem Weg zurück zum Auto holte ich mir zum Abschied noch ein Eis. Dann hieß es: „Addio, Aci Castello!“ 🍦🇮🇹
Für meine Fahrt zur Autovermietung entschied ich mich, am Meer entlangzufahren. Das dauerte zwar etwas länger, aber wer weiß, wann ich das nächste Mal wieder das Meer sehen würde. Dass ich auf dieser Strecke an zahlreichen Strandbädern und Beach Clubs vorbeikommen würde, war mir leider nicht klar. Hätte ich das vorher gewusst, wäre ich an meinem letzten Tag sicherlich für ein paar Stunden in einem dieser Beach Clubs eingekehrt. Schade!
Aber nun wusste ich es eben nicht und so blieb mir nichts anderes übrig, als zügig zur Autovermietung weiterzufahren. Kurz vor dem Flughafen drehte ich allerdings noch einige Runden, denn wegen der zahlreichen Baustellen war die Einfahrt zur Autovermietung kaum zu finden.
Als ich endlich auf dem Parkplatz angekommen war, versuchte einer der Mitarbeiter auch noch, mich wegen angeblicher Kratzer über den Tisch zu ziehen, die bei der Übernahme des Wagens angeblich noch nicht vorhanden gewesen sein sollten. Meine Laune war dank der miserablen Wegführung ohnehin schon ziemlich im Keller, und so habe ich diesem Mitarbeiter ordentlich die Meinung gegeigt. Danach ließ er die Angelegenheit glücklicherweise auf sich beruhen.
Im Nachhinein muss ich sagen: Diese Autovermietung würde ich kein zweites Mal wählen und kann sie auch niemandem empfehlen. Der Service war schlichtweg unter aller Kanone.
Letztendlich wollte ich mir von diesem Schlumpf aber nicht auch noch meinen schönen letzten Tag vermiesen lassen. Also machte ich mich auf den Weg ins Terminal, um endlich meinen Koffer loszuwerden.
Damit endeten zwölf wunderschöne Tage auf dieser herrlichen Insel. Ich komme bestimmt wieder!





































