Die Route - Nach Tagen aufgeteilt
6. Tag
Samstag, 2. Mai 2026 - Capo Rosello - Sciacca - Capo Rosello
Auf Regen folgt Sonnenschein
Noch vor Sonnenaufgang trieb mich die Neugier aus meinem Zimmer. Leider war mir der Blick nach draußen durch dicke Vorhänge an der Tür und eine Jalousie vor dem Fenster, die sich weder von innen noch von außen öffnen ließ, die ganze Nacht verwehrt geblieben. Zu dieser frühen Stunde – es war gerade einmal 6:00 Uhr – war noch niemand unterwegs. Also schlich ich kurzerhand noch im Schlafanzug hinaus auf die kleine Terrasse vor meinem Zimmer.
Wow, das sah ganz nach einem wunderschönen Tag aus! Offenbar hatte ich die Schlechtwetterzone nun endgültig hinter mir gelassen.
Jetzt hieß es nur noch, die Zeit bis zum Frühstück um 8:00 Uhr zu überbrücken. Kurz nach halb neun zog es mich dann endlich hinunter zum Strand. Ich war schon sehr gespannt, was mich dort erwarten würde.
Auf den ersten Blick hätte der Morgen kaum besser beginnen können, denn zu dieser frühen Stunde schien der Strand noch mir ganz allein zu gehören. Mein Fotografenherz machte jedenfalls schon einmal einen kleinen Freudensprung.
Gemächlich spazierte ich den Strand entlang in Richtung der
Scala dei Turchi
Heute hatte es die Sonne endlich einmal gut mit mir gemeint. Nach Regen, Wolken und kühlem Wind am Vortag zeigte sich die Küste nun von ihrer allerbesten Seite. Genau so hatte ich mir diesen Morgen vorgestellt. 😊
Schon von Weitem leuchtete die weiße Felsformation in der Morgensonne. Erstaunt entdeckte ich zwei Menschen auf dem schneeweißen Felsen. Moment mal – laut meinem Reiseführer sollte die Scala dei Turchi doch eigentlich gesperrt sein!? Meine Neugier war jedenfalls sofort geweckt und so beschloss ich, der Sache einmal auf den Grund zu gehen. 😊
Ich war total geflasht!
Nicht nur wegen des weißen Felsens, sondern vor allem wegen seiner perfekten Spiegelung im Wasser. Ich hatte nämlich wirklich Glück. Der Himmel strahlte in sattem Blau, das Meer lag spiegelglatt vor mir und obendrein war auch noch Ebbe. Besser geht’s eigentlich nicht! Oder vielleicht doch? Na ja, ein klitzekleines bisschen perfekter wäre dieser Morgen natürlich gewesen, wenn ich auch auf den Felsen hätte steigen dürfen. Und siehe da – manchmal werden Wünsche tatsächlich erhört! Direkt vor der Scala dei Turchi stand ein Mitarbeiter mit einem QR-Code, über den man für 6 € ein Ticket buchen konnte. Der weiße Felsen war also wieder zugänglich. Mein Grinsen dürfte zu diesem Zeitpunkt kaum noch breiter geworden sein. 😁















Hach, wie schön!
Dabei war es gerade einmal halb zehn Uhr und ich hatte den Hauptgrund für meine Übernachtung in Capo Rosello bereits abgehakt. Besser kann ein Urlaubstag doch kaum beginnen! Also gönnte ich mir erst einmal einen Cappu an der Strandbude und anschließend einen entspannten Strandspaziergang.
Der Strand am Lido Scala dei Turchi ist übrigens wirklich wunderschön und zumindest in den frühen Morgenstunden selbst am Wochenende überhaupt nicht überlaufen. Wer gerne fotografiert oder einfach die Ruhe genießen möchte, sollte unbedingt früh aufstehen.
Es hatte schon etwas, bei Ebbe über diesen fast menschenleeren Strand zu spazieren. Ich war gespannt, wie weit ich ihm noch folgen könnte. Hinter der nächsten Biegung änderte sich die Szenerie jedoch deutlich. Am Lido Majata wichen die großen Kalksteinplatten einem feinen, kiesigen Sandstrand.
Bei etwas weniger Wind hätte ich mir hier an der netten Strandbar bestimmt eine Liege mit Sonnenschirm gemietet. So war es mir dann aber doch noch etwas zu kühl. Also gönnte ich mir kurzerhand einen weiteren Cappu und befragte meinen Reiseführer, wohin mich meine Reise heute noch führen sollte.
Nach eingehender Beratung mit meinem reiseführenden Orakel stand der nächste Programmpunkt fest:
Sciacca
Sciacca ist eine der ältesten Städte Siziliens und vor allem für ihren Fischerhafen, die farbenfrohe Keramik und ihre Thermalquellen bekannt. Im Gegensatz zu den großen Barockstädten der Insel wirkt der Ort angenehm authentisch und wenig geschniegelt – genau richtig für einen entspannten Bummel durch die engen Gassen.
Der erste Eindruck war jedenfalls schon einmal nicht schlecht. Einen Plan hatte ich natürlich mal wieder nicht. Also machte ich einfach das, was ich am liebsten tue: treiben lassen. Nach wenigen Minuten landete ich auf einer großzügigen Piazza und war schon recht angetan von dem, was ich bis dahin gesehen hatte. Schaut selbst!
Angekommen auf der Piazza Angelo Scandaliato wurde es erst einmal Zeit, die Lage zu peilen. Von der riesigen Panoramaterrasse bot sich ein herrlicher Blick auf das Meer und den Hafen. Nun musste ich nur noch die schönen Fotospots finden – allen voran die berühmte Treppe mit den Keramikmosaiken, ein nettes Restaurant und natürlich den Aussichtspunkt, von dem aus man diesen tollen Blick auf Sciacca genießen kann.






Da es inzwischen schon fast halb zwei war, entschied ich mich allerdings, mir erst einmal ein Mittagessen zu sichern. Heute gelüstete es mich nach Fisch, also machte ich mich auf den Weg hinunter Richtung Hafen. Wie praktisch, denn ganz nebenbei entdeckte ich auf diesem Weg natürlich auch die wunderschöne Treppe mit ihren bunten Keramikmosaiken. Als Bonus gab es obendrein noch eine kleine Seitentreppe und ein hübsches Wandmosaik – mein Fotografenherz war jedenfalls zufrieden.
Die bunt gestalteten Keramiktreppen sind ein schönes Beispiel für die jahrhundertealte Keramiktradition Sciaccas. Die Stadt ist bis heute für ihre handgefertigten Keramikarbeiten bekannt, die man überall in den kleinen Gassen und Geschäften entdecken kann. Besonders gefallen hat mir, dass die Treppen nicht geschniegelt und geschniegelt für den Tourismus wirken, sondern ganz selbstverständlich zum Stadtbild gehören. Immer wieder verstecken sich in Sciacca kleine Details aus Keramik an Hauswänden, Treppen und Fassaden. Es lohnt sich also durchaus, auch einmal um die nächste Ecke zu schauen.
Ein geöffnetes Restaurant im Hafengebiet zu finden, war allerdings gar nicht so einfach. Da ich inzwischen aber einen ordentlichen Bärenhunger hatte, kam Aufgeben überhaupt nicht infrage. Irgendwann hatte ich dann doch Glück und entdeckte ein kleines Restaurant, das sogar fangfrischen Fisch anbot. Mein Mittagessen war also gerettet! 😄
Der Fisch war nicht nur schön angerichtet, er schmeckte auch richtig lecker. Dazu gab es noch einen Salat. Mehr braucht es nicht.
Bei einem Espresso befragte ich dann mal den Gockel, von wo aus ich den schönsten Blick auf Sciacca mit dem Fischereihafen im Vordergrund hätte. Wie vermutet, war dieser Fotospot nur einen Steinwurf von meinem Restaurant entfernt. Was soll ich sagen: Heute lief’s! Manchmal gibt es einfach diese Urlaubstage, an denen alles passt.
Okay, die Zeit der großen Fischtrawler schien zumindest hier vorbei zu sein. Unmengen alter, nicht mehr schwimmtüchtiger Boote gammelten am ersten Pier vor sich hin und sorgten für eine etwas melancholische Stimmung. Zum Glück entdeckte ich in der Ferne aber schon eine ganze Armada seetüchtiger Fischerboote. Der Fischfang ist in Sciacca also noch längst nicht Geschichte.
Wow, was für ein Anblick! ❤️ Ich war völlig hin und weg und bekam das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht. Da hatte ich heute Morgen doch tatsächlich mal wieder den richtigen Riecher. Manchmal sind die spontanen Ideen eben einfach die besten!
Sorry, aber ich fürchte, an der folgenden Bilderflut kommt ihr jetzt nicht vorbei. 😁
Von nun an ging es wieder beständig bergauf. Na ja, ab und an war dann leider doch Endstation. Schade! Hier wäre ich wirklich gerne noch hochgelaufen. Zu gerne hätte ich gewusst, ob auch diese Treppenstufen mit Keramik verziert sind. Leider ließ sich um die Ecke nicht spicken.
Inzwischen habe ich natürlich den Gockel befragt und im WWW nach Fotos gesucht – Fehlanzeige. Ich gehe daher davon aus, dass die Treppe ganz unspektakulär ist. Letztendlich habe ich also wohl nichts verpasst. 😉
Die Ausweichstrecke führte mich allerdings ebenfalls durch einige reizvolle Ecken der Stadt. Dabei begegneten mir natürlich immer wieder schöne Keramikarbeiten – von bunten Blumentöpfen über kunstvoll gestaltete Geländer bis hin zu vielen kleinen Details am Wegesrand. Und wie es sich für eine sizilianische Stadt gehört, durften auch prächtige Kirchen sowie faszinierende Gebäude mit ihren oftmals wunderschönen Portalen nicht fehlen. Lasst euch überraschen!
Zum Abschluss entdeckte ich noch einige schöne Streetart-Motive in den schmalen Gassen der Altstadt.
Beseelt von all den Eindrücken schlenderte ich schließlich zurück zu meinem Auto. Inzwischen wurde es allerdings Zeit, zu meiner neuen Unterkunft aufzubrechen, die ich heute Morgen ganz spontan gebucht hatte.Diese entpuppte sich als eine ausgesprochen positive Überraschung. Mehr dazu wie immer in den Fakten. 😊
Da der Tag noch jung war, alle Einkäufe erledigt waren und die Sonne so herrlich schien, entschloss ich mich spontan, den Tag am
Spiaggia di Capo Rossello
ausklingen zu lassen.
Was soll ich sagen? Besser hätte ich diesen Tag kaum beenden können! Diese spontane Entscheidung setzte einem ohnehin schon perfekten Urlaubstag tatsächlich noch das berühmte Tüpfelchen auf dem I auf. ❤️
Buona Notte 💕

















































