5. Tag

Freitag, 1. Mai 2026 - Ragusa - Capo Rosello

Ein Tag wie 48 Stunden

Als die Sonne so langsam über die sanften Hügel rund um Ragusa kletterte, hielt mich nichts mehr in den Federn. Laut Wetterbericht sollte heute ein wunderschöner Sonnentag werden – also keine Zeit zum Verplempern! Allerdings musste ich mich noch etwas gedulden, denn das Frühstück wurde erst ab 8:00 Uhr serviert. So blieb mir genügend Zeit, bei einer Tasse Kaffee ganz entspannt die herrliche Aussicht von meinem Balkon zu genießen.

Ein KLICK ins Foto und es wird größer

Bei diesen Aussichten kochte ich mir noch einen zweiten Kaffee Google (Noto Color Emoji 17.0)

Hach ja … manche Tage beginnen einfach schöner als andere. Das anschließende Frühstück war mindestens genauso gut wie die Aussicht und zählte ohne Zweifel zu den besten meiner Sizilienreise. Ich kann es selbst kaum glauben, aber ausgerechnet hiervon habe ich kein Foto gemacht. Da muss ich wohl vollkommen im Genussmodus gewesen sein. 😄

Total im Trödelmodus nahm ich mir natürlich auch noch etwas Zeit, wenigstens ein kleines Stückchen von Ragusa zu erkunden. Es war wirklich schade, dass ich dieser wunderschönen Stadt nur so wenig Zeit schenken konnte.

Schweren Herzens verabschiedete ich mich von Ragusa. Zu gerne hätte ich noch ein wenig länger die verwinkelten Gassen erkundet und die Aussicht genossen. Aber Sizilien hatte noch so einiges für mich in petto.

Um die Mittagszeit erreichte ich das

Valle dei Templi

Was mich bereits bei der Anfahrt total erstaunte: Das „Tal der Tempel“ befindet sich keineswegs in einem Tal, sondern weit oberhalb des Straßenniveaus. Irgendwie hatte ich mir das ganz anders vorgestellt. Die Ausschilderung dorthin war leider auch einigermaßen verwirrend. Gefühlt führten sämtliche Straßen zum Valle dei Templi – nur war ich mir nie ganz sicher, ob auch die richtige dabei war. 😄 Ich folgte schließlich der Googeline, die mich zielsicher zu genau dem entgegengesetzten Parkplatz führte als dem, den ich ursprünglich im Sinn hatte. Rückblickend war das allerdings eine ausgesprochen weise Entscheidung. 😉

Daher begann meine Tour auch erst einmal am

Tempel der Dioskuren

Die markante Tempelruine aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. gehört heute zu den bekanntesten Wahrzeichen Agrigents. Besonders die im 19. Jahrhundert wieder zusammengesetzte Ecke mit ihren vier Säulen dürfte wohl jedem Besucher des Valle dei Templi begegnen. Lange Zeit wurde der Tempel Kastor und Pollux (den Dioskuren) zugeschrieben. Heute geht man allerdings davon aus, dass er ursprünglich der Demeter und ihrer Tochter Persephone geweiht war.

Nachdem ich den Tempel ausgiebig bestaunt und fotografiert hatte, beschloss ich, zunächst einmal an das andere Ende des weitläufigen Geländes zu gelangen. Mein Magen hatte inzwischen nämlich ein gewichtiges Wörtchen mitzureden. Da die Futterbude an meinem Parkplatz geschlossen war, hoffte ich unterwegs auf ein kleines Café oder Restaurant.

Das einzige geöffnete SB-Restaurant war natürlich total überlaufen. Shit happens! Also stellte ich mich hungrig in die Schlange und ergatterte schließlich ein belegtes Panini und einen Cappu. Viel mehr braucht es manchmal gar nicht, um glücklich zu sein. 😉

So gestärkt machte ich mich auf den Weg bis zum anderen Ende der Anlage, um anschließend ganz entspannt mit meiner Erkundung des Valle dei Templi zu beginnen.

Während meiner Tour durch die Anlage hatte die Sonne leider einen schweren Stand. Fast die ganze Zeit versteckte sie sich hinter dicken Regenwolken und nur selten gelang es ihr, sich durch die Wolkenmassen hindurch zu zwängen. Umso mehr freute ich mich über jeden einzelnen Sonnenstrahl.

Meine Eindrücke mögen auf den einen oder anderen vielleicht etwas oberflächlich wirken. Bitte bedenkt aber, dass ich im Laufe der Jahre bereits viele griechische und römische Tempelanlagen besuchen durfte. Das Valle dei Templi ist ohne Frage eine beeindruckende und geschichtsträchtige Anlage, doch mein persönliches Highlight Siziliens ist sie nicht geworden. Allerdings hat die Konkurrenz in meinem Reiseherz im Laufe der Jahre ordentlich vorgelegt – da geht also durchaus noch was. 😉Vielleicht lag es auch ein wenig am fehlenden Sonnenlicht. 😉

Meine Eindrücke habe ich dennoch in einer kleinen Fotogalerie für euch festgehalten.

Ausführliche Information zum Valle dei Templi findet ihr bei Wikipedia.de (klick)

Insgesamt verbrachte ich gut drei Stunden in der Anlage und ich würde behaupten: So viel Zeit sollte man sich auf jeden Fall nehmen.

Bis zu meinem heutigen Übernachtungsort

Capo Rosello

benötigte ich anschließend noch etwas mehr als eine Stunde. Leider war meine Unterkunft schon auf den ersten Blick etwas enttäuschend (mehr dazu im Fazit). Wenigstens lag sie direkt am Meer – nur durch die Küstenstraße und ein paar Treppenstufen vom Strand getrennt. Das war eindeutig die positive Seite.

Der Blick hinunter zum Strand war jedenfalls recht vielversprechend. Zwar hatte sich die Sonne zwischenzeitlich immer wieder einmal durch die Wolken gekämpft, doch über dem Meer lauerten bereits die nächsten dunklen Regenwolken.

Der Wind blies inzwischen auch recht kühl und so blieb ich kurzerhand oberhalb des Strandes in einer kleinen Bar/Pizzeria hängen.

Eine ausgesprochen gute Entscheidung, wie sich wenig später herausstellen sollte, denn kurz darauf begann es heftig zu regnen. Wie gut, dass ich bereits im Trockenen saß. 😊

Und auch wenn der Blick nach draußen auf den heftigen Regen nicht gerade spektakulär war – der Blick auf meine Pizza inklusive eines kühlen Bierchens war es dafür umso mehr. So ließ sich der Regenschauer ganz entspannt aussitzen. 😄

Nach einem so heftigen Frühlingsregen zeigt sich die Natur oft von ihrer schönsten Seite – und heute war das nicht anders. Das Licht war einfach fantastisch! Meer und Scala dei Turchi präsentierten sich plötzlich von ihrer allerbesten Seite. Nur ich zeigte mich von meiner faulen Seite und konnte mich partout nicht dazu aufraffen, noch einmal die Kamera aus dem Zimmer zu holen. Deshalb gibt es diesmal nur ein paar Handyfotos. 😉