3. Tag

Donnerstag, 3. Mai 2024 - Sevilla

Heute wird es bunt

Wie schon gestern machten wir uns auch heute Morgen zu Fuß auf den Weg zu unserem ersten Besichtigungspunkt. Unterwegs kamen wir wieder an schönen Bäumen und interessanten Gebäuden vorbei.

Das war schon etwas lustig!

Während asiatische Touristen im Sauseschritt an uns vorbeieilten, schlenderten wir ganz gemütlich unserem ersten Ziel des Tages entgegen.

Plaza de España

Die Plaza de España wurde für die Iberoamerikanische Ausstellung von 1929 nach den Plänen von Aníbal González geschaffen. Die halbrunde Anlage mit ihren Türmen, Arkaden, Azulejos und dem kleinen Kanal ist wirklich beeindruckend. Besonders schön sind die zahlreichen Keramikbänke, die die spanischen Provinzen darstellen. 

Wir hatten alle Zeit der Welt und spazierten daher ganz gemütlich an den 48 mit Keramik gestalteten Sitzbänken vorbei. Die Vielfalt und Detailverliebtheit der Keramikkunst ist wirklich beeindruckend.

Die gesamte Anlage allerdings auf ein einziges Foto zu bannen, ist nahezu unmöglich. Wir haben es natürlich trotzdem versucht. 😉 

Diese Seite war an diesem Morgen eindeutig die Schokoladenseite.

Sehr schön zu sehen sind einer der markanten Renaissancetürme, der geschwungene Kanal mit seiner reich verzierten Brücke sowie die halbbogenförmigen Gebäude mit ihren charakteristischen Ziegel- und Keramikdetails.

Die Azulejos kommen auf den folgenden Fotos natürlich viel besser zur Geltung (Klick ins Foto).

Es lohnt sich, früh aufzustehen, denn in den Morgenstunden sind zwar auch schon Touristen unterwegs, aber der Andrang hält sich noch in Grenzen. Und so lässt sich die Plaza de España gleich viel entspannter genießen.

Ein Foto von der beeindruckenden Fontäne darf natürlich auch nicht fehlen – zumal uns am Morgen sogar noch ein kleiner Regenbogen spendiert wurde.

Frei nach Goethe: „… und weil das Gute liegt so nah“, spazierten wir anschließend noch durch den schön angelegten

Parque de María Luisa

Der weitläufige Park liegt direkt neben der Plaza de España und bot uns mit seinen schattigen Wegen, üppigem Grün und vielen kleinen Ecken eine willkommene Abwechslung zum Trubel der Stadt. Perfekt, um einfach noch ein wenig weiterzuschlendern und die Seele baumeln zu lassen.

Erstaunlicherweise war im Park ebenfalls nicht viel los. Wir schlenderten fast allein an den schön angelegten Brunnen vorbei und erfreuten uns an den vorwitzigen und teilweise recht interessant aussehenden Enten. Aber schaut selbst.

Einige Gebäude im Park möchte ich besonders hervorheben. Da wäre zum einen der

Pabellón Real

Der kleine, reich verzierte Pavillon wurde für die Iberoamerikanische Ausstellung von 1929 errichtet und gehört heute zu den auffälligeren Bauwerken im Parque de María Luisa. Besonders schön sind die farbenprächtigen Keramikarbeiten und die kunstvollen Details der Fassade.

Pabellón Real
Pabellón Real

An einer Ecke des Parks hielten wir inne, denn das Gebäude, das wir dort erblickten, zog uns sofort in seinen Bann. Es handelte sich um den

Mudéjar-Pavillon

Mit seinen farbenprächtigen Azulejos, den kunstvollen Ornamenten und den Türmchen ist er wirklich ein kleines Schmuckstück. Hier konnten wir natürlich nicht einfach vorbeigehen, ohne ausgiebig zu fotografieren. 😉

Mudéjar-Pavillon

Der Mudéjar-Pavillon wurde 1914–1915 nach Plänen von Juan Talavera y Heredia errichtet und entstand im Stil des Neo-Mudéjar. Typisch dafür sind die Backsteinfassaden, verzierten Bögen und filigranen Keramikdetails. Ursprünglich war das Gebäude für die Iberoamerikanische Ausstellung von 1929 vorgesehen. Heute beherbergt es das Museo de Artes y Costumbres Populares, das sich der traditionellen Kultur und dem Kunsthandwerk Andalusiens widmet.

Wie schon öfter auf unseren Reisen legten wir auch hier einen kleinen Toilettenstopp ein. Wenn man höflich fragt, wird einem das schließlich selten verwehrt. 😉 Das Museum selbst wollten wir allerdings nicht besuchen – dafür war das Wetter einfach viel zu schön.

Dafür bekamen wir einen Tipp für eine Kaffeepause: Gleich neben dem Museum gab es ein kleines Freiluftcafé. Der Cortado musste allerdings noch ein wenig warten, denn zunächst streiften wir noch einmal um die beiden Gebäude herum. Rundherum waren schöne Bäume angepflanzt und einige Skulpturen aufgestellt worden – also gab es auch hier noch einiges zu entdecken.

Etwas angeschlagen von der Schiffstour am Vortag, bei der wir uns beide eine Erkältung eingefangen hatten, genossen wir jetzt erst einmal einen Cortado in der Sonne. Dabei konnten wir ganz entspannt die berittenen Polizeibeamten beobachten, die ihre Runde durch den Park drehten. Wie putzig diese Pferdchen doch waren!

Zugegebenermaßen mussten wir schon ein wenig schmunzeln angesichts dieser hübschen kleinen Pferde. Wenn man weiß, wie groß dagegen die Polizeipferde bei uns in Deutschland sind, wirkten die beiden hier fast wie eine Miniaturausgabe.

Aus der Ferne schauten wir uns noch die Pavillons von Argentinien und Chile an, bevor wir am Costurero de la Reina (Nähkästchen der Königin) vorbeikamen. Das kleine, 1893 im Neo-Mudéjar-Stil errichtete Gebäude gilt als eines der ältesten Bauwerke dieser Stilrichtung in Sevilla.

Damit ließen wir das Gelände nun endgültig hinter uns. Zu sehen gäbe es sicherlich noch einiges, aber irgendwann muss man eben Prioritäten setzen. 

Auf halbem Weg zu unserem nächsten Besichtigungspunkt kamen wir an diesem herrlichen Brunnen vorbei:

Fuente de Híspalis

Natürlich konnten wir auch hier nicht einfach vorbeigehen, ohne einen kurzen Fotostopp einzulegen. Und wenn wir schon einmal dabei waren, legten wir gleich noch eine kleine Pause für einen Mittagssnack ein. Schließlich mussten auch wir zwischendurch mal wieder aufgetankt werden. 😉

Hier mal ei paar Impressionen der anderen Art. Autofahren macht in Sevilla nicht wirklich Spaß, aber das hatten wir bei der Ankunft vorgestern ja am einen Laib erfahren, deshalb blieb unser Auto auch brav in der Garage.

Nach dem Chaos jetzt ein paar schönere Straßenimpressionen:

Die Außenansicht unseres nächsten Besichtigungspunktes war so unscheinbar, dass wir beide tatsächlich vergessen haben, hier ein Foto zu schießen.

Casa de Pilatos

Die Casa de Pilatos ist ein beeindruckender Adelspalast aus dem 15. und 16. Jahrhundert und gilt als eines der schönsten Beispiele für die Verbindung von Renaissance- und Mudéjar-Architektur in Sevilla.

Besonders sehenswert ist der Patio Principal mit seinen kunstvollen Azulejos, den Marmorsäulen und dem Brunnen in der Mitte. Auch hier zeigt sich wieder, wie wunderbar sich maurische und europäische Gestaltungselemente miteinander verbinden.

Der Palast verdankt seinen Namen übrigens einer Legende: Der erste Marqués de Tarifa soll nach einer Pilgerreise ins Heilige Land festgestellt haben, dass der Weg vom Haus des Pilatus zum Ort der Kreuzigung Jesu genauso lang sei wie die Strecke zwischen seinem eigenen Haus und einem Kreuz außerhalb Sevillas. So entstand der Name Casa de Pilatos.

Spaziert mit uns, um den 

Patio Principal

Dieser schöne Patio wurde unserer Meinung nach allerdings noch von dem wunderschönen Garten in den Schatten gestellt.

Besonders der

Jardín Grande

mit seiner verwitterten roten Mauer hatte es uns angetan. Zwischen akkurat geschnittenen Hecken, dem zentralen Teich und den hübschen Loggien mit ihren Arkaden gab es überall etwas zu entdecken. Dazu kamen zahlreiche Skulpturen und Büsten, die dem Garten fast den Charakter eines kleinen Freiluftmuseums gaben.

Hier hätten wir uns tatsächlich noch etwas länger aufhalten können – aber wie schon im Königspalast, fehlte es auch hier einfach an einem Cafe – und wir hatten inzwischen heftigen Kaffee-Durst.

Zwei meiner Lieblingsfotos sind recht schlichter Natur.

Genug Kultur getankt!

Lasst uns noch etwas durch die engen Gassen schlendern und Atmosphäre auftanken, bevor wir in die Pilze gehen.

Metropol Parasol

Metropol Parasol
Metropol Parasol
Metropol Parasol

Die riesigen Holzschirme auf der Plaza de la Encarnación werden von den Sevillanern liebevoll „Las Setas“ – die Pilze genannt. Entworfen wurde die ungewöhnliche Konstruktion vom deutschen Architekten Jürgen Mayer und 2011 fertiggestellt. Mit ihren sechs pilzförmigen Schirmen gilt sie als eine der auffälligsten modernen Sehenswürdigkeiten Sevillas.

Unter den Pilzen befinden sich unter anderem ein Markt, Restaurants und das archäologische Museum Antiquarium. Oben führt ein etwa 250 Meter langer Rundweg über die Konstruktion und bietet aus rund 28,5 Metern Höhe einen 360-Grad-Blick über Sevilla.

Dazu aber später mehr! Jetzt galt es erst einmal, Tickets für heute Abend zu besorgen und zu schauen, wo man lecker zu Abend essen kann. Uns war heute nach Paella.

Für den Moment wären wir mit einem leckeren Teilchen aus dieser Confitería schon sehr zufrieden gewesen. Leider fanden wir keinen Sitzplatz und zogen deshalb weiter. Schade!

Genug gejammert! Auch andere Confiterías haben leckere Teilchen. Wir haben uns daher gleich in der unmittelbaren Nachbarschaft getröstet. 😊

Zeit für eine längere Siesta! Wir hatten jetzt erst einmal fertig und spazierten zurück in unsere Ferienwohnung. Da das Wetter geradezu dazu einlud, wollten wir noch unsere schöne Terrasse genießen. Erst zum Abendessen wollten wir wieder zurück zu den Pilzen laufen.

Yummy – die erste Paella dieser Reise!

Ja, sie war genauso lecker, wie sie aussah, und auch die Sangria hat geschmeckt. So lässt sich ein Abend doch bestens einläuten. 😊

Metropol Parasol – die „Pilze“ bei Nacht

Nach dem Essen war es langsam Zeit für die Pilze. 😄

Der Metropol Parasol wird wegen seiner ungewöhnlichen Form von den Sevillanern liebevoll „Las Setas“ genannt. Besonders am Abend lohnt sich der Besuch, wenn die riesige Holzkonstruktion beleuchtet wird. Auf der oberen Ebene führt ein etwa 250 Meter langer Rundweg über die Pilze. Von dort oben bietet sich ein schöner Blick auf das nächtliche Sevilla.

Der Bau wurde vom deutschen Architekten Jürgen Mayer H. entworfen und 2011 eröffnet. Mit rund 28 Metern Höhe ist die Konstruktion heute eines der markantesten modernen Wahrzeichen Sevillas.

Phase 1: Warten auf den Sonnenuntergang! 

Phase 2: Die Lichter gehen an und es wird dunkel.

So ganz wussten wir ja nicht, was uns erwartet und von wo aus man den besten Blick auf das Spektakel hat. Letztendlich ist es wohl völlig egal, wo genau man steht. Die Ausblicke und der ständige Farbwechsel sind einfach wunderschön. ✨

Mit einem kleinen Video dieses spektakulären Farbenspiels schicke ich euch in die Nacht. Buenas Noches! 🌙✨