Die Route - Nach Tagen aufgeteilt
15. Tag
Dienstag, 14. Mai 2024 - Malága
Scheiden tut weh!
So ein Pech, jetzt war tatsächlich unser letzter voller Tag dieser wunderschönen Reise angebrochen. Mit unserer Ferienwohnung hatten wir einen 6er gelandet. Tolle Wohnung, tolle Aussicht, ein netter und kompetenter Vermieter, der via WhatsApp immer ansprechbar war und auch noch gute Ideen hatte. Hier wären wir gerne länger geblieben.
Aber es half alles nichts. Dies war nun mal der letzte Tag und den wollten wir in vollen Zügen genießen.
Der Sonnenaufgang war schon mal nicht zu verachten.
Im schönsten Sonnenschein gönnten wir uns ein Frühstück auf unserem kleinen Balkon. Von hier aus hatten wir einen schönen Blick aufs Wasser und auf den Hafen, wo wir bisher nur ein Kreuzfahrtschiff entdecken konnten. Hurra!
Egal, wie früh ich wach werde, wir kommen einfach nicht aus dem Quark. Diesmal war es allerdings besonders schwierig, denn auf dem Balkon war es einfach zu schön gemütlich. 😄 Erst gegen 10:00 Uhr waren wir wieder unterwegs im Städtchen.
Die Prachtbauten und die schöne Einkaufsstraße ließen wir allerdings erst einmal etwas sträflich links liegen, denn wir hatten heute etwas ganz anderes im Sinn: Wir wollten Graffiti fotografieren! Und dafür mussten wir nach
Soho bzw. in den Barrio de las Artes
Hier schlenderten wir in der nächsten Stunde durch die schmalen Gassen und bestaunten die vielen schönen Wandbemalungen. Mal riesengroß und farbenfroh, mal etwas versteckter und eher unscheinbar – hinter fast jeder Ecke gab es etwas Neues zu entdecken. Für mein kleines Steckenpferd war das natürlich genau das Richtige.





Hier im Barrio gab es abseits der Touristenströme Mittagsmenüs zum kleinen Preis. Da konnten wir natürlich nicht widerstehen. Getränk, Vorspeise, Hauptspeise und zum Schluss noch einen Café – mehr brauchten wir nicht. Wir waren satt und zufrieden und konnten danach unsere Graffiti-Tour bestens gelaunt fortsetzen.
Da gab es einiges zu bestaunen und zu verweilen.
Rolladen-Graffitis:
Große Wandpanels:
Leider sind diese großen Wandbilder immer ein bisschen schwierig zu fotografieren, vor allem, wenn man sie komplett aufs Bild bekommen möchte.
Da sind die Graffitis, die direkt auf Augenhöhe angebracht wurden, schon wesentlich einfacher zu fotografieren. Hier kann man auch mal näher herangehen und sich die Details anschauen, was ich besonders schön finde.
So langsam wurde es Zeit, Soho zu verlassen. Schließlich warteten ja auch noch andere Barrios auf uns und Gabi hatte von Málaga bisher noch nicht so viel gesehen.
Wir spazierten daher erst einmal in Richtung Markthalle, dem
Mercado Central de Atarazanas
Schon von außen ist die Markthalle ein Hingucker. Besonders auffällig ist die große Eisenkonstruktion aus dem 19. Jahrhundert, in die ein historisches maurisches Tor aus dem 14. Jahrhundert integriert wurde. Dieses gehörte einst zu den Schiffswerften, die sich hier befanden. Daher stammt auch der Name Atarazanas, der auf die ehemaligen Werften zurückgeht. Eine spannende Mischung aus maurischer Geschichte und Architektur des 19. Jahrhunderts!
Bei Kaiserwetter spazierten wir weiter durch die Innenstadt. Dabei entdeckten wir immer wieder ganz unterschiedliche Türme, aber auch auffallend viele Wandmalereien. Es gab also nicht nur über den Dächern einiges zu entdecken, sondern auch an den Hauswänden.
Aber nicht nur an gewöhnlichen Hauswänden entdeckten wir Wandmalereien, sondern auch an Kirchen, wie zum Beispiel an der
Parroquia de Santiago Apóstol
Sie zählt zu den ältesten Kirchen Málagas und wurde bereits 1490 gegründet. Besonders interessant ist die Mischung verschiedener Baustile: Der markante Turm stammt aus dem 15. Jahrhundert und ist im Mudéjar-Stil erbaut, der christliche und islamische Gestaltungselemente miteinander verbindet.
Auch die Fassadenmalereien sind einen genaueren Blick wert. Bei Restaurierungsarbeiten wurden gemalte architektonische Elemente wieder freigelegt, die zuvor unter weißem Kalk verborgen waren. Sie stammen aus späteren Umbauphasen und lassen die Fassade viel lebendiger wirken, als man es bei einer alten Kirche vielleicht erwarten würde.
Ich finde es spannend, dass man in Málaga solche kunstvollen Wandgestaltungen nicht nur in Palästen und historischen Gebäuden, sondern eben auch an Kirchen entdecken kann.
Weitere Ornamente entdeckten wir an der
Iglesia de San Juan Bautista
Auch diese Kirche gehört zu den ältesten Málagas und wurde nach der Eroberung der Stadt durch die katholischen Könige im Jahr 1487 gegründet. Besonders sehenswert ist ihre Fassadenmalerei aus dem 18. Jahrhundert. Die geometrischen Muster aus Quadraten und Trapezen bilden ein regelmäßiges Netz, das durch die Farben Weiß, Ocker, Rotbraun und Blau zusätzlich an Tiefe gewinnt. Auf den ersten Blick wirkt es fast so, als wäre die Fassade mit einem kunstvollen Muster überzogen. Tatsächlich handelt es sich um aufgemalte Ornamente, die typisch für die damalige Architektur Málagas waren.
Unseren Weg zur Plaza del Obispo (Bischofsplatz) säumten natürlich noch etliche Kirchen und hübsche Gassen.
Iglesia del Sagrado Corazón
gehört eindeutig rein optisch zu meinen Lieblingskirchen in Málaga. Ihre neugotische Fassade mit den beiden schlanken Türmen und dem großen Rosettenfenster finde ich einfach wunderschön. Leider war die Kirche bei all meinen bisherigen Besuchen in Málaga immer geschlossen – so auch heute. Schade, denn einen Blick ins Innere hätte ich wirklich gerne einmal geworfen.
Die Plaza del Obispo war genauso schön, wie ich sie in Erinnerung hatte. Das lag natürlich nicht nur an der imposanten Catedral de Málaga, sondern auch an der prächtigen Fassade des Bischofspalastes, der sich rechts neben der Kathedrale erhebt. Zusammen bilden die beiden Bauwerke eine wunderschöne Kulisse für den Platz. Ich könnte hier immer wieder stehen bleiben und einfach nur schauen.




So langsam wurde es Zeit, einen der bekanntesten Söhne der Stadt zu treffen. Nein, ich meine leider nicht Antonio Banderas. 😉 Lasst euch überraschen!
Um zu ihm zu gelangen, streiften wir zunächst das Seitenschiff der Kathedrale von Málaga, das deutlich verspielter aussieht, als die eher schlichte Frontfassade vermuten lässt. Ein Stück weiter kamen wir am hübschen Kirchturm der kleinen Klosterkirche San Agustín vorbei. Wenn ich mich recht erinnere, haben wir unterwegs sogar noch ein Eis gefunden. Beweise dafür gibt es allerdings keine. 😄
Anschließend tauchten wir wieder in das Straßengewirr ein und schlenderten durch die Gassen, bis wir schließlich auf einem der schönsten und bekanntesten Plätze Málagas ankamen: der
Plaza de la Merced
Die Plaza de la Merced gehört zu den bekanntesten Plätzen Málagas. Hier trifft man auf Cafés, Restaurants und hübsche Häuserfassaden. Besonders hübsch fanden wir die Jacaranda-Bäume, die den Platz mit ihren lila Blüten schmückten. Ursprünglich stammen diese Bäume aus Südamerika, doch im milden Klima Málagas fühlen sie sich offenbar pudelwohl. Im Frühjahr verwandeln sie den Platz in ein violettes Blütenmeer.
Doch wir waren nicht nur wegen der schönen Bäume hier. Auf dem Platz wartet auch ein Denkmal, das an einen der berühmtesten Söhne der Stadt erinnert. Na, habt ihr schon eine Idee, wer uns hier erwartet? 😉
Pablo Picasso –wer sonst?!
Der berühmte Sohn Málagas wurde am 25. Oktober 1881 hier in der Stadt geboren. Schon früh zeigte sich sein außergewöhnliches künstlerisches Talent. Später wurde er zu einem der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts und prägte mit dem Kubismus die moderne Kunst entscheidend mit.
Auf der Plaza de la Merced erinnert ein Denkmal an ihn. Picasso sitzt dort ganz entspannt auf einer Bank, als hätte er sich nur kurz von seinem Spaziergang ausgeruht. Die Bronzefigur wurde 2008 vom Bildhauer Francisco López Hernández geschaffen. Natürlich gehört es inzwischen fast zum Pflichtprogramm, sich neben den Künstler zu setzen und ein Erinnerungsfoto zu machen. 😉
Und wer noch mehr über Picasso erfahren möchte: In Málaga gibt es auch das Museo Picasso, das in einem historischen Palast untergebracht ist und zahlreiche Werke des Künstlers zeigt.
Also, wir waren wirklich zur rechten Zeit am richtigen Ort, denn momentan blühten nicht nur die hübschen Jacaranda-Bäume, sondern auch die
Seidenakazien
Mit ihren filigran wirkenden, auffälligen rosa-weißen Pinselblüten und den doppelt gefiederten Blättern waren auch sie ein echter Hingucker. Da hatten wir ja gleich doppeltes Blütenglück!
Ein Blick auf die Uhr zeigte, dass es nun wirklich langsam Zeit wurde, an den Strand zu gehen. Dort blieben wir die nächsten zwei Stunden und aalten uns in der Sonne. Auch hiervon gibt es keine Beweisfotos. 😄
Während wir so dalagen und im Hintergrund das Haus mit unserer Ferienwohnung sehen konnten, beneideten wir die Malagueños von Herzen. So ein schöner Stadtstrand und dann auch noch dieses tolle Wetter, das ja mindestens bis Oktober anhält! Ja, das hätten wir in Frankfurt auch gerne. 😉
Für heute waren wir wirklich genug gelaufen und so beschlossen wir, uns einen Platz zum Abendessen direkt im mondänen Jachthafen zu suchen. „Natürlich wollte ich auch noch einmal bei La Farola, dem weißen Leuchtturm von Málaga, vorbeischauen. Schließlich gehört er einfach zum Hafenbild dazu.
La Farola de Málaga
Der 1817 fertiggestellte Leuchtturm ist eines der Wahrzeichen der Stadt und weist den Schiffen bis heute den Weg in den Hafen. Eine kleine Besonderheit gibt es auch beim Namen: Während ein Leuchtturm im Spanischen normalerweise el faro heißt, nennen ihn die Malagueños liebevoll La Farola. Und ich finde, zu diesem hübschen weißen Turm passt der Name ausgesprochen gut.“
Unsere Wahl fiel auf ein asiatisches Restaurant. Eine gute Entscheidung!
Vorspeise und Hauptgang entsprachen genau unseren Vorstellungen und auch die Atmosphäre war einfach nur schön.
Was für ein toller Abschluss dieses Tages!
Zum Abschluss des Tages machten wir noch einen kleinen Verdauungsspaziergang durch den Jachthafen. Dabei fiel uns die so hübsch in Szene gesetzte
Capilla del Puerto de Málaga
ins Auge. Was für ein hübscher Anblick! 😍
Damit verabschieden wir uns für heute von euch und schicken euch mit diesem schönen Bild in die Nacht.
¡Buenas noches! 🌙









































