4. Tag

Freitag, 3. Mai 2024, Sevilla - Minas Riotino

Transfertag

Da heute nichts weiter Aufregendes passiert, starten wir den Tag doch einfach mit einem Paukenschlag – unseren Parkkosten!

Nur zur Erinnerung: Das sind die Kosten für gerade einmal drei Tage. Bei diesen Preisen kann einem schon ganz schön warm werden! 🥵

Parkgebühr in Sevilla für 3 Tage

Der weitere Tag ist eigentlich schnell erzählt.

Auf dem Weg zum roten Fluss wollten wir uns noch etwas anschauen. Eine alte römische Anlage schien uns dafür genau das Richtige zu sein – also schlugen wir kurzerhand den Weg dorthin ein.

Anfiteatro de Itálica

Laut Internet sollte das Amphitheater von Italica zu den beeindruckendsten Überresten der einst bedeutenden römischen Stadt Italica gehören. Das mag durchaus sein. Vielleicht gibt es in Spanien auch einfach nicht so viele beeindruckende antike Stätten. Wenn man allerdings schon einiges gesehen hat, haut einen diese Anlage nicht unbedingt gleich vom Hocker. 😉

Wir fanden sie ganz nett – und für Schulklassen scheint sie geradezu ideal zu sein. Während unseres Aufenthalts begegneten uns gleich mehrere Schulklassen, die von Guides in historischer Kleidung durch die Anlage geführt wurden.

Ein bisschen Geschichte

Gründung (206 v. Chr.)
Italica entstand im Jahr 206 v. Chr. nach dem Sieg des römischen Feldherrn Publius Cornelius Scipio Africanus über die Karthager bei Ilipa. Hier siedelte er römische Soldaten an. Italica gilt damit als erste dauerhafte römische Siedlung auf der Iberischen Halbinsel.

Blütezeit
Ihre große Blüte erlebte die Stadt im 2. Jahrhundert n. Chr. – nicht zuletzt, weil mit Trajan und Hadrian zwei römische Kaiser mit Italica verbunden waren. Unter Hadrian wurde die Stadt erheblich erweitert und erhielt mit der Nova Urbs ein neues, großzügig geplantes Stadtviertel mit prächtigen öffentlichen Gebäuden und großen Privathäusern.

Niedergang
Ab dem 3. Jahrhundert begann der Niedergang Italicas. Die große hadrianische Stadterweiterung wurde bereits nach gut einem Jahrhundert weitgehend aufgegeben. Die Bevölkerung konzentrierte sich wieder stärker auf den älteren südlichen Teil der Stadt. Im Mittelalter wurde das Gelände weiterhin genutzt; die heutige archäologische Anlage bewahrt vor allem die weitgehend unüberbaute Nova Urbs.

Das eigentliche Highlight der Anlage ist für uns eindeutig das

Amphitheater

Die ovale Arena, die von mehreren Rängen umgeben war, bot Platz für bis zu 25.000 Zuschauer. Damit war das Amphitheater eines der größten im römischen Hispanien.

Schon beim ersten Blick auf die gewaltige Arena bekommt man eine Vorstellung davon, welche Dimensionen die römischen Bauwerke einst hatten.

Anfiteatro de Itálica

Heute sind vor allem die mächtigen Grundmauern, Teile der Zuschauertribünen und die unterirdischen Bereiche der Arena erhalten. Die Größe der Anlage lässt erahnen, wie hier einst Gladiatorenkämpfe und andere Spektakel vor einem riesigen Publikum stattgefunden haben.

Und vielleicht kommt dem einen oder anderen der Anblick sogar bekannt vor: Italica diente als Drehort für „Game of Thrones“. Die Arena wurde in der Serie als Drachenarena von Meereen verwendet.

Ist man erst einmal durch das riesige Amphitheater hindurchgelaufen, gelangt man in einen überraschend ländlich wirkenden Teil der Anlage. Hier beginnt ein sehr schöner mediterraner Spazierweg. Entlang schlanker Mittelmeer-Zypressen führt er an einem begrünten Hang entlang und eröffnet immer wieder schöne Blicke in die weitläufige Landschaft.

Schließlich gelangt man in einen weiteren Bereich der antiken Stadt Italica.

Nova Urbs

Hier ließ Kaiser Hadrian im 2. Jahrhundert einen völlig neuen und großzügig geplanten Stadtteil errichten. Es entstanden breite Straßen, monumentale öffentliche Gebäude, Tempel wie das Trajaneum und prächtige Stadtvillen. Von den einstigen Gebäuden sind heute allerdings meist nur noch die Grundmauern erhalten. Besonders sehenswert sind die zahlreichen gut erhaltenen Mosaikböden, die einen Eindruck vom einstigen Luxus der Villen vermitteln.

Ehrlich gesagt waren wir heute nicht mehr sonderlich motiviert. Während wir durch die historischen Straßen schlenderten, waren unsere Gedanken eigentlich schon bei unserer nächsten Ferienwohnung – genauer gesagt beim Pool. Nach den anstrengenden Tagen in Sevilla hatten wir uns diese Auszeit schließlich redlich verdient. 😎

Aber halbe Sachen sind ja nun auch nicht unser Ding. Deshalb schauen wir uns natürlich auch noch den hinteren Teil der Anlage an – mit der imposanten Statue des Kaisers Trajan. Damit endet unser Rundgang durch Itálica.

Bevor wir den Pool stürmten, machten wir aber noch einen Abstecher ins Informationszentrum derFundación Río Tinto. Dort mussten wir leider feststellen, dass nicht alle von uns gebuchten Programmpunkte besichtigt werden konnten. Ein Hauptpunkt, die Mina Peña de Hierro, sowie die „Marte en la Tierra“-Expedition waren leider geschlossen. Wie schade!

Also hieß es: Ab zum Pool und die Enttäuschung runterspülen! 🏊‍♀️😎