Die Route - Nach Tagen aufgeteilt
10. Tag
Donnerstag, 9. Mai 2024 - Cadiz
Einen Tag in der Grand Lady der Städte
Heute sollte sich herausstellen, ob es wirklich die richtige Entscheidung gewesen war, die zweite Nacht in der ältesten, durchgehend bewohnten Stadt Spaniens zu canceln.
Schon bei der Einfahrt in die Stadt entdeckte ich aus dem Augenwinkel drei Kreuzfahrtschiffe im Hafen. Uff, das war wirklich eine Menge! 😳
Da unser Hotel mitten in der Altstadt lag, hatten wir vorsichtshalber schon gestern jeweils eine kleine Tasche für die heutige Übernachtung gepackt. So mussten wir nicht mit unserem kompletten Gepäck durch die Altstadt ziehen. Das Auto stellten wir in einem bewachten Parkhaus ab und liefen ganz bequem durch die Altstadtgassen zu unserem Hotel.
Dort angekommen war uns schon klar, dass wir unser Zimmer noch nicht beziehen konnten. Unser Gepäck wurde aber freundlicherweise in Empfang genommen, und so konnten wir anschließend gleich losziehen und das Städtchen erkunden.
Da die Stadt momentan pickepacke voll mit Kreuzfahrt-Touristen war, beschlossen wir, diesem Trubel in den engen Gassen erst einmal aus dem Weg zu gehen, und spazierten zur Markthalle. Die hatte jetzt, kurz vor 12:00 Uhr, gerade noch geöffnet.
Zu unserer Überraschung war in der Halle recht wenig Publikumsverkehr. Die Einheimischen hatten ihre Einkäufe sicherlich schon am Morgen erledigt, und die Schiffstouristen hatten ja schließlich Vollpension auf ihrem Schiff. 😉
Auf dem Weg zum Dom kamen wir am historischen Hauptpostamt an der Plaza de las Flores vorbei. Hübsch!
In der Gasse, die direkt zur Kathedrale führt, blieben wir fast im Touristenstrom stecken. Was für ein Gedränge! 😳 Unser einziger Trost war, dass sich die Schiffstouristen bestimmt bald zu ihrer Vollpension verkrümeln würden und die Stadt dann wieder etwas luftiger wird.
In der Menge hofften wir aber erst einmal, dass nicht alle hoch auf die Kathedrale wollten. Und wir hatten richtig gezockt! Die meisten Touris wollten in die Kirche hinein und nicht hinauf. Ein netter Mitarbeiter nahm uns schon am Eingang beiseite, und so kamen wir ohne anzustehen auf das Dach der Kathedrale.😊
Vom Dach des Kirchenbaus hat man einen tollen Blick über die gesamte Altstadt.














Vom Dach aus konnten wir auch erkennen, dass ein Kreuzfahrtschiff bereits abgereist war. So stieg unsere Hoffnung, dass sich die beiden anderen Schiffe ebenfalls bald verkrümeln würden und die Gassen wieder etwas luftiger werden. Bis dahin wollten wir uns nun erst einmal das Innere der Kathedrale anschauen.
Okay, zugegeben, so prickelnd fanden wir es dort nicht. Nach ein paar Knipsies, die ihr hier seht, waren wir daher schon wieder im Freien. Wir waren nach dem tollen Überblick einfach viel zu neugierig auf Cádiz.
Na ja, um ehrlich zu sein, waren wir auch ganz schön hungrig. Inzwischen war es schon 13:00 Uhr durch und unser Frühstück heute eher mager ausgefallen. Daher suchten wir uns recht schnell ein kleines Restaurant in den schmalen Gassen der Altstadt.
Ab dem frühen Nachmittag wurde es dann tatsächlich um einiges ruhiger in der Altstadt. Zeit für uns, noch ein bisschen durch die engen Gassen zu streifen.
Auf dem Weg zum historischen Seebad Balneario de Nuestra Señora de la Palma y del Real am Stadtstrand Playa de la Caleta ist dann diese herrliche Gegenlichtaufnahme entstanden.
Balneario de Nuestra Señora de la Palma y del Real
Das Balneario de Nuestra Señora de la Palma y del Real ist eines der Wahrzeichen von Cádiz. Der 1926 eröffnete ehemalige Badepalast steht direkt auf der Playa de La Caleta und wirkt mit seinen geschwungenen Flügeln, Türmchen und Kuppeln fast ein bisschen wie ein kleines Märchenschloss auf Stelzen. Heute befindet sich hier das Zentrum für Unterwasserarchäologie.
Was für ein Schmuckstück! Als ich es zum ersten Mal im Internet sah, war klasklar: Hier müssen wir hin! 😍
Der Atlantik zickte hier überhaupt nicht. 😉
Der Strand La Caleta ist wohl ideal für Familien mit kleinen Kindern. Vom Wasser aus blickte man zum einen auf die schöne alte Badeanstalt und zum anderen auf das
Castillo de Santa Catalina
Als bedeutendes Kulturzentrum beherbergt es eine historische Dauerausstellung zur Region sowie wechselnde Kunst- und Handwerksausstellungen.
Von hier aus spazierten wir weiter zur nächsten Festung, dem
Castillo de San Sebastian
Das Castillo de San Sebastián liegt auf einer kleinen Insel vor der Playa de La Caleta und ist über einen Steg mit der Altstadt verbunden. Die Festung entstand 1706 und wurde später mehrfach erweitert. Heute finden hier Ausstellungen, Konzerte und andere Veranstaltungen statt. Besonders auffällig ist der kleine Leuchtturm auf der Insel, der in seiner heutigen Form seit 1908 die Schiffe begrüßt.
Zugegeben, den kleinen Leuchtturm hätten wir schon gerne gesehen, aber grundsätzlich war uns klar, dass das Castillo für heute bereits geschlossen war. Trotzdem wollten wir die Atmosphäre dieses alten Gemäuers auf uns wirken lassen. Letztendlich sind wir wegen der hohen Wellen, die immer mal wieder über die Wellenbrecher hinaus auf die Brücke spritzten, die zur Festung führte, nicht ganz bis nach vorne gegangen. Viel gebracht hätte es ohnehin nicht, denn die Burg und somit auch der Leuchtturm lagen sowieso im Gegenlicht. Da haben wir lieber das schöne Nachmittagslicht genutzt und ein paar Impressionen aus der Umgebung der Burg eingefangen.
Mit der Sonne im Rücken bot sich uns natürlich ein ganz anderes Bild. Hier schauten wir zum einen auf das schöne Balneario und zum anderen auf den Teil von Cádiz mit seiner interessanten Puente de la Constitución de 1812.
Interessant bei diesem Ausblick waren aber nicht nur die unterschiedlichen architektonischen Wunder, sondern auch der Atlantik. Während auf der einen Seite „Still ruht die See“ herrschte, tobte der Atlantik auf der anderen Seite so richtig, dass das Wasser und die Wellen nur so spritzten.
Heute hatten wir wirklich Kaiserwetter und weil es so schön war, trödelten wir einfach weiter. Nachdem wir wieder festen Boden unten unter den Füßen hatten, blieben wir bei einer Gruppe von Straßenmusikern, die die Akustik im Durchgang zur Stadt nutzten, hängen.
Wie die Zeit vergeht, wenn man sich amüsiert! Noch war es schön sonnig, aber ein Blick auf die Uhr zeigte uns, dass sich der Tag langsam seinem Ende zuneigte.
Wir beschlossen daher, uns nach einem Plätzchen fürs Abendessen umzusehen. Und da wir gerade etwas abseits vom Touristenstrom waren, suchten wir uns in einem von Studenten frequentierten Stadtteil ein kleines Restaurant. Hier konnten wir draußen, fernab vom Trubel, ganz gemütlich, sehr günstig und vor allem sehr lecker unser Abendessen genießen – und wie man sieht, waren unsere Augen wieder einmal viel größer als unser Mund.
Am Ende der Straße entdeckten wir dann noch diese hübsche kleine Kirche. Natürlich sind wir kurz hineingegangen … und dann gleich wieder ganz leise hinaus, denn dort wurde gerade ein Gottesdienst abgehalten und wir wollten nicht stören.
Iglesia de San Lorenzo Mártir
Die Iglesia de San Lorenzo Mártir wurde ab 1722 erbaut und ist ein schönes Beispiel für den barocken Kirchenbau von Cádiz. Besonders sehenswert sind die zahlreichen barocken Altäre und Kunstwerke im Inneren. Der große, vergoldete Hauptaltar aus dem 18. Jahrhundert gilt dabei als eines der bedeutendsten Beispiele barocker Altarbaukunst in Cádiz.
Angezogen vom schönen Licht der untergehenden Sonne beschlossen wir, nicht durch die schmalen Gassen, sondern am Wasser entlangzulaufen. Das war eine super gute Entscheidung, denn hier gab es nicht nur einen tollen Sonnenuntergang mit dramatischen Wolken zu sehen, sondern auch noch eine besondere musikalische Darbietung.
Aber schaut selbst und lauscht der Musik.
Es geht dramatisch weiter. Macht euch auf ganz großes Kino gefasst!






Wow, das war wirklich spektakulär! Hier noch die allerletzten Eindrücke des Abends.
Jetzt stellt sich abschließend nur noch die Frage: War es richtig, eine Nacht in Cádiz zu streichen und diese für Rota einzusetzen?
Ja! Denn gerade die Unterschiedlichkeit dieser beiden Städte war sehr bereichernd, und besonders das Spazieren durch die Kleinstadt Rota hat uns richtig gut gefallen. Cádiz ist natürlich auch sehr schön, aber durch die vielen Kreuzfahrt-Touristen eben auch ziemlich rummelig.
Wir würden es jederzeit wieder so machen. Eine Nacht Cádiz ist sehr schön, aber auch genug! 😉


































